Gardelegen l Edelmeer, Beertipplers, 2ineins oder Goldpack, das waren nur einige der Bands, die am Sonnabendabend in der Gardelegener Altstadt aufspielten. In zehn Gaststätten und anderen Locations gab es bis in die frühen Morgenstunden hinein Livemusik und Tanzstimmung. Und wer dem strömenden Regen trotzte und sich auf den Weg von Kneipe zu Kneipe machte, konnte an diesem Abend Musik in ihrer ganzen Vielfalt erleben und sehr unterschiedliche Stile und Richtungen genießen.

„Big Wheel keeps on turning“, klingt es aus dem „Schwarzen Reiter“. Singer-Songwriterin Otilia Ehren aus Düsseldorf intoniert zur Gitarre klassische Countrysongs, dann wird es rockig, Oldies und Charts bringen die ersten Besucher zum Tanzen. „Ich finde das total gut, so eine Sängerin zu hören. Bisher kannte ich sie noch nicht, aber sie gefällt mir sehr“, sagt Andrea Rodenbeck, die bei der Kneipennacht schon Stammkundin im Schwarzen Reiter ist.

Socken statt Sonderzug

Im Napoli haben die Beertipplers ihre Gitarren ausgepackt. Die Gaststätte ist in grünes Licht gehüllt, und das Duo intoniert den Westernhagen-Hit „Sexy“. „Ihr seid so cool“, lobt Sänger Ben sein Publikum. „Darum spielen wir jetzt – Udo.“ „Bloß keinen Sonderzug“, ruft einer der Gäste. Nein, die coolen Zuhörer bekommen „Du bist ‘ne coole Socke“ zu hören.

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Stimmungsvoll und beinahe mit Weihnachtsmarkt-Atmosphäre kam der Abend im Hof des Schwarzen Adler daher. Open air spielten Goldpack. Ein flackerndes Feuer vertrieb die Regenkälte. Bratwurst, Hotdogs, Bier und ein Publikum, das Rosis Nummer noch auswendig weiß – was braucht es mehr?

„Alice – who the fuck is Alice?“, fallen die Zuhörer sofort in den Smokie-Evergreen ein, als die Münchner Band Edelmeer ihr „Living next door ...“ anstimmt. Die Gruppe spielt im Café am Rathaus einen Mix aus Drafi Deutscher, Bayern-Rock und 70er-Jahre-Songs, und die Tanzfläche füllt sich schnell. Ausgelassen feiern die Besucher und vergessen den Regen draußen.

Kleine Hommage an Alabama

Voll wurde es auch im Schützenhaus, wo das Duo 2ineins „Sweet home Alabama“ schmettert. Aber auch deutsche Songs gehören zum Repertoire der beiden, und den Gästen gefällt es. „Das war toll“, findet Hjalmar Koppertz (51), der gleichwohl die Pause nutzt, um weiterzuziehen in den Pub. Der 51-Jährige Rockfan aus Gardelegen ist zusammen mit seiner Frau Kerstin und den Schwiegereltern seines Sohnes unterwegs, die extra zur Kneipennacht aus Berlin angereist sind. Eine weite Anreise, die sich aber für Silke und Jochen Nolde gelohnt hat.

Doch auch Musik aus der Konserve war durchaus zu hören. In der alten Tormühle legte Michael Ulrich elektronische Musik auf, stilecht mit alten Schallplatten. Darunter Scheiben von Marek Hemmann, Howard + Stereo oder Moloko. Und wer vom Tanzen noch nicht genug hatte, konnte in der Disco in der alten Feuerwache bei der After-Show-Party noch lange weiterfeiern.