Gardelegen l Geplant waren die Maßnahmen schon länger, konkret sollte es dann in diesem Jahr etwas werden mit dem Ausbau des Lindenweges und des Nachtigallweges und Dompfaffweges in Lindenthal als Gemeinschaftsprojekt der Stadt mit dem Wasserverband Gardelegen. Doch das wurde aufgrund der Ausschreibungsergebnisse, die deutlich über den Planungen lagen, nichts. Nun soll im kommenden Jahr ein neuer Versuch gestartet werden. Im Investitionsplan des Gardeleger Wasserverbandes ist die Erneuerung der Schmutzwasserleitung im Lindenweg in der Klostersiedlung mit 240.000 Euro veranschlagt. 118.500 Euro sind für die Erneuerung der Trinkwasserleitung eingeplant (Trink- und Schmutzwasser werden in den Planungen des Wasserverbandes bei allen Einnahmen, Ausgaben und Aufwendungen getrennt aufgeführt).

Mit Leitungsarbeiten und neuen Hausanschlüssen will sich der Verband auch am Ausbau des Nachtigall- und Dompfaffweges in Lindenthal beteiligen. Für die Schmutzwasserleitung (etwa 400 Meter mit 12 Hausanschlüssen) sind für den Dompfaff- und Nachtigallweg 181.000 Euro veranschlagt, für den Trinkwasserbereich (415 Meter mit 12 Hausanschlüssen) sind es 185.000 Euro. Die Arbeiten seien dringend erforderlich. „Wir haben dort noch alte Guss- und Stahlleitungen“, betonte der technische Leiter des Verbandes, Karsten Scholz, in der jüngsten Verbandsversammlung. Das Leitungsnetz würde insgesamt erhebliche Schäden aufweisen.

40 Prozent Baukostensteigerung

Dringenden Handlungsbedarf gebe es auch im Bereich Kiefernweg. Auch dieses Projekt – allerdings in alleiniger Verantwortung des Wasserverbandes – war schon für dieses Jahr geplant. Aufgrund der Baukosten sei auch für diese Maßnahme die Ausschreibung aufgehoben worden.

Die Trinkwasserleitung wurde im Investitionsplan für 2018 (Bau und Planung) mit 164.000 Euro veranschlagt. Die Netto-Baukosten wurden auf 146.832 Euro geschätzt. Das Angebot lag bei 237.581 Euro. Für die Schmutzwasserleitung waren im Plan 182.000 Euro vorgesehen. Die Schätzung für die Netto-Baukosten lagen bei 164.177 Euro. 209.633 Euro sahen das Angebot vor. Eine Erhöhung um 40 Prozent der Baukosten sah der Verband als inakzeptabel an. Für 2019 hat der Verband für den Schmutzwasserbereich nun 222.000 Euro eingeplant und für den Trinkwasserbereich 181.000 Euro. Berücksichtigt wurde dabei eine Baukostensteigerung von 20 Prozent als „Kostenbedarfsaufschlag“. Denn nach vergleichbaren Gerichtsurteilen liege bei einem Aufschlag von 20 Prozent in etwa die Grenze, was noch wirtschaftlich sei, erläuterte Geschäftsführerin Katja Rötz.

Peter Wiechmann, Vertreter für den Gardeleger Stadtrat in der Verbandsversammlung, lehnte die 20 Prozent ab. „Das ist wie ein Freifahrtsschein. Da gehe ich nicht mit“, stellte Wiechmann klar. Die Gardeleger Vertreter diskutierten diesen Punkt intern im Rahmen einer Sitzungsunterbrechung. Fürs Protokoll wurde für den Wirtschaftsplan eine Enthaltung eines Gardeleger Vertreters vermerkt, ansonsten gab es dann einhellige Zustimmung für den Wirtschaftsplan. Karsten Scholz wies dann noch einmal auf die Dringlichkeit des Projektes Kiefernweg hin. Bei diesem Vorhaben gehe es nicht darum, auf sinkende Baupreise zu hoffen. „Das ist zurzeit alles Kaffeesatzleserei“, so Scholz.

Maßnahmen in Kalbe

Vorgesehen sind zudem Erneuerungsarbeiten im Schmutzwasserleitungsnetz in Kalbe, im Kreuzungsbereich Schulstraße und Thälmannstraße.Für weitere Projekte, wie die Leitungserneuerung am Klingberg, in der OdF-Straße und Am Burgwall in Gardelegen, sollen im kommenden Jahr die Planungen angeschoben werden. Weitere Sanierungsarbeiten sollen in den Klärwerken in Mieste und Gardelegen ausgeführt werden. Im Investitionsplan ist auch die Erneuerung des Pumpwerkes in Wustrewe (bei Kalbe) für 45.000 Euro vorgesehen. Diese Maßnahme soll im Februar ausgeschrieben werden.