Firma bleibt hart

Bauherr hat bei Unterer Baubehörde bisher keine Standortänderung für neuen Mobilfunkmast in Dretzel angezeigt

Die Abstimmung zwischen der Gemeinde und dem Betreiber beim geplanten neuen Mast in Dretzel ist auch für eine Baugenehmigung nicht grunsätzlich entscheidend

Von Von Susanne Christmann
Auf dem Gelände der Firma TKS lagern die Stahlgitter-Einzelteile für den neuen Mobilfunkmast.
Auf dem Gelände der Firma TKS lagern die Stahlgitter-Einzelteile für den neuen Mobilfunkmast. Foto: Susanne Christmann

Dretzel - „Eine Änderung des Standortes wurde der unteren Bauaufsichtsbehörde als zuständige Genehmigungsbehörde bisher nicht angezeigt“. Das antwortet Claudia Hopf-Koßmann, Pressesprecherin des Landkreises Jerichower Land, auf die Nachfrage der Volksstimme, wie der Sachstand im Verfahren um die Genehmigung für den geplanten Bau eines neuen Mobilfunkmastes auf dem Gelände der Firma TKS in Dretzel sei. Die Bemühungen einer Bürgerinitiative in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Genthin, für den Mast einen anderen, weiter weg von der Wohnbebauung liegenden Standort zu finden, stoßen also nach wie vor bei der Firma nicht auf Gehör.

Die Dretzeler befürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen, etwa durch Elektrosmog, wenn der Mast so nah an ihren Häusern steht. Denn die Reichweite des Mastes läge über der gesamten Ortschaft.

Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur ist wesentlich

Die Genehmigungsbehörde selbst könne keine Alternativstandorte in das Verfahren einbringen, da dem bauaufsichtlichen Genehmigungsverfahren die Prüfung von Standortalternativen nicht zustehe, heißt es in der Antwort des Landkreises weiter. Es liege einzig und allein in der Entscheidung des Bauherrn, für welchen Standort der Bauantrag gestellt wird. Zwar sähe das Immissionsschutzrecht hinsichtlich der Standortauswahl vor, dass sich die Betreiber bei der Auswahl von Standorten für Hochfrequenzanlagen mit der Gemeinde abstimmen sollten. Für das Baugenehmigungsverfahren sei dies aber grundsätzlich nicht entscheidend. Hier komme es vielmehr auf die sogenannte Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur an, die ganz konkrete Aussagen darüber enthalten werde, ob die Schutzabstände, die speziell zum Schutz von Personen gelten, eingehalten würden. Gesundheitliche und immissionsschutzfachliche Aspekte seien mit Vorlage dieser Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur abgeklärt.

Es steht für die Dretzeler also zu befürchten, dass es für die untere Baubehörde keinen Grund gibt, die Baugenehmigung für den Mobilfunkmast auf dem TKS-Gelände zu versagen. Dessen ist sich auch Henry Krüger, Ortschaftsrat in Dretzel und Sprecher der Initiative gegen diesen Standort, bewusst. Er habe, sagt er in einem Gespräch mit der Volksstimme, noch die Hoffnung, dass die Stadtverwaltung Genthin, die ihr gemeindliche Einvernehmen im Baugenehmigungsverfahren versagt habe, in Widerspruch gehen werde, nachdem die Baugenehmigung erteilt sei. Das würde zumindest den Baustart für den modernen Mobilfunkmast auf unkalkulierbare Zeit hinausschieben.

Es sei aber auch denkbar, so Krüger, dass Dretzeler Häuslebauer dann den Betreiber des Mastes auf Ausgleich des Werteverfalls ihrer Grundstücke verklagen.