Der Künstler

Magnus Kleine-Tebbe wurde am 4. Mai 1966 in Bremen geboren. Er studierte in Nürnberg an der Akademie der bildenden Künste Bildhauerei und schloss mit der Note „Sehr gut“ und dem Meisterschülertitel ab Magnus Kleine-Tebbe ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Seit 1994 wohnt er in Braunschweig. Freiberuflich als Bildhauer ist er seit 2000 tätig. Außerdem lehrt er am Bildungszentrum für Steinmetze und Bildhauer die Fächer Baustilkunde und Modellieren, gibt Kurse an Schulen und Universitäten.

Weitere Infos unter: www.magnus-kleine-tebbe.de

Hornburg/Hoppenstedt l Geschwindigkeitsbegrenzungen sind in den letzten Monaten auf der Straße zwischen Hoppenstedt und Hornburg eigentlich überflüssig. Ganz freiwillig drosseln Fahrer hier ihre Geschwindigkeit, und schauen erstaunt aus dem Fenster. Auf einem Feld zwischen den beiden ehemaligen Grenzorten blickt ihnen ein überdimensionales Gesicht entgegen. Magnus Kleine-Tebbe hat den Jesus-Christus-Kopf aus Eichenholz gefertigt. Die Figur ist ein Hinweiser, verrät der Bildhauer: „Achtung, hier passiert etwas“.

Dieses „etwas“ ist nun weithin sichtbar und wird am Sonntag, 11. Oktober, offiziell eingeweiht: Eine Skulptur des Bildhauers. Wer gespannt ist, wie das Werk in natura aussieht, ist um 10.30 Uhr auf den Parkplatz am Hornburger Friedhof eingeladen. Von dort aus startet die 30 Minuten lange Wanderung zur etwa zwei Kilometer entfernten Skulptur.

Dargestellt ist ein eng umschlungenes Paar, das Richtung Brocken blickt und seine Flügel gen Himmel streckt. Die 3,20 Meter hohe und drei Tonnen schwere Figur besteht aus Korallenoolith, informiert der Künstler. Für die Gestaltung diente ihm ein irischer Sinnspruch als Orientierung: „Wir Menschen gleichen Engeln mit nur einem Flügel. Wenn wir uns umarmen, können wir fliegen.“

Bilder

Die Skulptur ist der zweite Punkt für ein gedachtes Kreuz, das nur aus der Vogelperspektive zu erkennen ist und bis zum Luther-Jahr 2017 fertiggestellt sein wird, kündigt Kleine-Tebbe an. Eine Skulptur steht bereits nahe Bienrode, weitere folgen in Groß Denkte und Salzgitter-Lesse. „Im Kreuzungspunkt der gedachten Linie soll dann am Ende des Projekts der hölzerne Christuskopf stehen – nämlich in Wolfenbüttel, dem Sitz der Landeskirche Braunschweig.“

Die Figuren stehen je für ein Schlagwort der Reformation, auch als „vier Soli“ bezeichnet: Christus, Glaube, Bibel, Gnade. Den Auftrag für das Projekt erhielt Magnus Kleine-Tebbe von der Karin und Joachim Prüsse Stiftung und der Jakob-Kemenate Braunschweig. In jeder Skulptur stecken gut drei bis vier Monate Arbeit. Jede kostet rund 15 000 Euro.

Die Engel-Figur nahe Hornburg steht für das Schlagwort „Sola Fide“ – „Allein der Glaube“. „Aber wie soll man den christlichen Glauben darstellen? Jeder glaubt und empfindet anders“, beschreibt Kleine-Tebbe die Herausforderung für dieses Werk. Mit seiner Darstellung wolle er nicht nur den Glauben an Gott, sondern auch den von Menschen zueinander zeigen.