Ilsenburg l Ein 14 Jahre alter Jugendlicher aus dem Stadtgebiet von Ilsenburg kann künftig am 19. August seinen zweiten Geburtstag feiern. Der Jugendliche ist am Sonntag im Bereich des Ilsesteins mehrere Meter tief abgestürzt und hatte dabei tausend Schutzengel. Letztlich verhinderte nur ein Baumstamm den weiteren, sehr wahrscheinlich tödlichen Fall über rund 100 Meter in die Tiefe. Auch am Dienstag waren die Bergwacht und die Blankenburger Feuerwehr wieder im Einsatz, um Personen zu helfen.

Wie es am Sonntag zum folgenschweren Absturz am Ilsestein kommen konnte, ist nach Angaben von Holger Müller, dem Chef der Bergwacht Wernigerode, unklar. Möglicherweise habe der Jugendliche das Geländer überklettert und sei dann mehrerer Meter tief abgestürzt.

Baumstamm bremst Fall

„Der Cousin des Jungen wollte natürlich sofort helfen, kletterte spontan abwärts und begab sich ebenfalls in akute Lebensgefahr, da es wohl eher ein abwärts Rutschen als ein Klettern war“, so der Bergwacht-Chef. „Der gestürzte 14-Jährige verdanke sein Leben einem etwa 20 Zentimeter dicken Baumstamm der ihn unmittelbar vor dem Abgrund stoppte.“ Dort gehe es etwa 100 Meter senkrecht in die Tiefe. Anschließend hätten die beiden Jugendlichen aus einem halbwegs sicheren Stand heraus die Wirtin des Ilsesteins gerufen, die dann umgehend die Bergwacht Wernigerode alarmierte.

Die Rettung gestaltete sich nach dem Hilferuf, der um 15.35 Uhr in der Leitstelle einging, schwierig. Zwei Einsatzkräfte der Bergwacht seilten sich zu den Patienten ab, sicherten sie und bereiteten so die Rettung nach oben vor. Diese erfolgte nach der medizinischen Erstversorgung am Fels. Der 14-Jährige wurde nach der aufwändigen Rettung mittels Rettungswagen ins Klinikum Wernigerode gebracht. Über seinen Zustand ist nichts bekannt.

Auch am gestrigen Dienstag waren die Bergretter wieder gefragt: Gegen 15.40 Uhr brach auf dem Abstieg vom Brocken ein 76-Jähriger auf dem Heinrich-Heine-Weg in Richtung der Ilsefälle plötzlich zusammen. Die Bergwacht kam zusammen mit den Rettungsdienst zum Einsatz. Der Tourist, der aus dem Raum Oldenburg stammt, wurde gegen 17 Uhr ins Klinikum Wernigerode gebracht.

Rettungshubschrauber im Einsatz

Deutlich schwerer waren die Verletzungen, die sich ein 15-Jähriger ebenfalls in den Nachmittagsstunden beim Absturz vom Großvaterfelsen in Blankenburg zugezogen hat. Wie ein Sprecher der Leitstelle am Abend auf Anfrage erklärte, stürzte der 15-Jährige gegen 16 Uhr aus bislang unbekannten Gründen in die Tiefe. Neben Kameraden der Feuerwehr Blankenburg wurde auch der Rettungsdienst alarmiert.

Der Jugendliche wurde nach der Rettung gegen 16.50 Uhr mit einem Hubschrauber in ein Klinikum nach Magdeburg geflogen. Auch zu seinem Zustand sind keine Details bekannt.