Digitalisierung im Harz Eine Behörde ohne E-Mail-Zugang: Agentur für Arbeit setzt auf neue Kommunikationswege
Wer in Halberstadt, Quedlinburg oder Wernigerode eine E-Mail ans Arbeitsamt schreibt, bekommt eine „Nicht zustellbar“-Meldung. Der Grund: Die Agentur für Arbeit hat diesen Kommunikationsweg abgeschafft. Wie man jetzt in Kontakt mit den Mitarbeitern treten kann.

Halberstadt. - Schnell eine E-Mail schicken, um eine Frage zu klären - in den Harzer Standorten der Agentur für Arbeit geht das nicht mehr. Das sei eine bewusst getroffene Entscheidung, sagt Anja Huth, Chefin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West.
Hauptgrund sei der Datenschutz. „Eine unverschlüsselte E-Mail ist wie eine Postkarte. Der Inhalt ist vor dem Zugriff unbefugter Dritter nicht geschützt“, erklärt Huth. „Wir haben stattdessen andere digitale Zugangswege.“
Telefon und Brief als Alternative zu App und Online-Portal
Dazu gehörten das Online-Portal, das App-Angebot und die Online-Terminvergabe. Man könne unkompliziert ein Benutzerkonto über die Website der Bundesagentur für Arbeit einrichten. Auch telefonisch seien Standorte und Mitarbeiter nach wie vor erreichbar - und wer das alles nicht mag, kann weiterhin einen klassischen Brief schicken.
Die Agentur setze auf die Digitalisierung, weil das schneller, sicherer und papierlos sei. Die App BA-mobil biete zum Beispiel eine Upload-Funktion an. Mit der könnten datenschutzkonform Bewerbungsunterlagen oder Dokumente für den Arbeitslosengeld-Antrag hochgeladen, Veränderungen mitgeteilt und Bescheide eingesehen werden. Dabei genüge es oft schon, ein Foto des Dokuments zu machen.
Automatische Bearbeitung der Anliegen beschleunigt die Verfahren
„Im Unterschied zur E-Mail lässt sich über das Online-Portal und die App außerdem die Identität des Kontoinhabers eines Accounts eindeutig identifizieren, das macht es sicherer“, so Huth. Digital eingereichte Unterlagen werden teilweise bereits automatisch weiterverarbeitet, das beschleunige die Bearbeitung deutlich, weil die Kunden rasch informiert werden, sollten noch Unterlagen fehlen.
Für ein persönliches Gespräch mit dem jeweiligen Mitarbeiter empfehle sich nach wie vor vorher telefonisch oder online einen Termin zu vereinbaren.