Dingelstedt l Auf die Frage, ob er noch ruhig schlafen könne, antwortet Klausdieter Lehmann etwas ausweichend. „Mit unserer Unterschrift werden wir eine große Verantwortung übernehmen.“

Damit meint er die Entscheidung des Vorstandes von Fortuna Dingelstedt für den Bau des geplanten Bolzplatzes am Rande des Dingelstedter Sportplatzes. Und letztendlich werden sich die Vorstände Mario Wagner und Klausdieter Lehmann mit ihrer Unterschrift unter den Kreditvertrag dann auch in die persönliche Haftung begeben.

Dieser Bolzplatz ist als ehrgeiziges Vorhaben bereits seit über 20 Jahren im Gespräch und steht nun unmittelbar vor der Realisierung. „Wir haben eine Firma und werden zunächst mit den Schachtarbeiten im Mai oder Juni beginnen“, erklärt Klausdieter Lehmann. In einer Tiefe von etwa 80 Zentimetern wird der Unterbau in mehreren Schichten vorbereitet, Rasenborde und Rohre werden eingebracht. Der künftige Platz, der nicht nur für Fußball, sondern auch für andere Ballsportarten geeignet sein wird, hat eine Fläche von 20 mal 13 Metern und wird am östlichen Rand des Sportplatzes entstehen. Den Einbau der eigentlichen Anlage wollen die Vereinsmitglieder selbst erledigen. „So können wir rund 12 000 Euro sparen, die wir noch zusätzlich aufbringen müssten“, erklärt Lehmann.

90-prozentige Förderung

Das gesamte Projekt wird knapp 100.000 Euro kosten, 90 Prozent davon übernimmt die Leader-Förderung über das Amt für Landwirtschaft und Forsten ( ALF). „Ohne diese großzügige Unterstützung hätten wir als Verein dieses Projekt niemals in Angriff nehmen können“, betont Klausdieter Lehmann dankbar. Zwar erscheine die Summe, die der Verein als Eigenanteil selbst stemmen muss, im Verhältnis zur Gesamtinvestition immer noch überschaubar, doch selbst 10.000 Euro sind für einen Verein viel Geld. Dazu kommen noch 3000 weitere Euro, die als Zwischenfinanzierungsmittel aufgebracht werden müssen.

Daher hat sich Fortuna Dingelstedt nun mit einem Schreiben an alle Sportfreunde und Einwohner gewandt und um Unterstützung gebeten. „Wir möchten mit diesem Neubau noch mehr Kindern und Jugendlichen, auch aus unserer Kindertagesstätte ‚Am Waldesrand‘, aber auch anderen interessierten Einwohnern, ebenso wie unseren Nachbarn in Sankt Pia die Möglichkeit eröffnen, sich sinnvoll sportlich zu betätigen.“ In seinem Schrei-ben verweist der Vorstand auf weitere Errungenschaften von Dingelstedt, die in der Vergangenheit gemeinsam gelungen sind, wie der Neubau des Sport- und Schützenheimes im Jahr 1998 oder der Neubau des Sportplatzes im Jahr 2002.

Nun setzen die Verantwortlichen wiederum auf Zusammenhalt und Solidarität im Dorf. „Erste Spenden haben uns bereits erreicht“, freut sich Klausdieter Lehmann. Unter den Absendern befinden sich Privatpersonen, Firmen und Vereine. So hat der Heimatverein Dingelstedt bereits eine schöne Summe überwiesen. „Das Geld stammt aus den Einnahmen der Wichtelstube, die wir in jedem Jahr zum Adventhof organisieren“, erklärt Ernst Mahler, der Vereinsvorsitzende.

„Als gemeinnütziger Sportverein finanzieren wir unser Aufgaben über Mitgliedsbeiträge und das Sponsoring unserer Gewerbetreibenden und können damit die Vereinsarbeit sowohl im Erwachsenenbereich, aber auch in der Nachwuchsarbeit finanzieren. Die Bildung größerer Rücklagen war und ist auch in Zukunft nicht möglich“, erklärt Lehmann.

Trödelmarkt geplant

Weil der Sportverein alle Möglichkeiten nutzen möchte, um das Vorhaben finanzieren zu können, soll im Dorfgemeinschaftshaus ein Trödelmarkt organisiert werden. Zwar war als Termin Sonntag, 19. April, vorgesehen, jedoch steht dahinter wegen der Einschränkungen rund um Corona gerade ein großes Fragezeichen.

„Wir bitten trotzdem alle, die uns helfen wollen, in der Garage, auf dem Dachboden und im Keller gezielt nach Dingen zu suchen, die sie nicht mehr benötigen, von denen sie jedoch meinen, dass sie für anderen noch interessant sein könnten.“ All diese Dinge können dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellt und am Sonnabend, 18. April, bei Familie Lehmann, Platz der Freundschaft 191, abgegeben werden. Sperrige Dinge werden auch abgeholt.