Langenstein l Auf eine Geduldsprobe werden seit fast eineinhalb Jahren die Langensteiner gestellt. Im Sommer 2018 kam es an der Straße Am Sommerbad zu einem Felsabbruch. Mitten im Ort polterten damals Gesteinsbrocken auf einen Fußweg. Verletzte gab es nicht. Der Weg ist bis heute gesperrt, die Bürger des Ortes warten auf die Sicherung des Felsens.

Die Verwaltung sei in dieser Zeit nicht tatenlos gewesen, heißt es aus dem Halberstädter Rathaus. „65.000 Euro waren für die Hangsicherung im Haushalt der Stadt geplant. Die Ausschreibung hat 82.000 Euro ergeben“, informiert Rathaussprecherin Ute Huch. Aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung sei es erforderlich gewesen, eine ­Beschlussvorlage zu erarbeiten. Das habe zur Verzögerung der Sicherungsarbeiten geführt.

Mittlerweile passierte die Vorlage den städtischen ­Finanz- und Hauptausschuss und wird am Donnerstag, 28. November, während der Stadtratssitzung diskutiert. „Wenn der Stadtrat der Vorlage zustimmt, wird mit der Hangsicherung Anfang des Jahres 2020 begonnen. So ist es mit dem beauftragten Ingenieurbüro abgestimmt“, berichtet Ute Huch.

Keine Einschränkung für Fußgänger?

Thomas Wald, Leiter der Abteilung Stadtgrün/Sauberkeit: „Es ist ärgerlich, dass es zu der Verzögerung kam, aber da der Bereich ordentlich abgesichert ist, geht keine Gefahr davon aus und stellt auch keine wesentliche Einschränkung für den Fußgängerverkehr dar.“

Der Ortschaftsrat Langenstein verlangte schon mehrmals von der Stadtverwaltung, dass der Bewuchs auf dem Felsen regelmäßig entfernt wird. Die Ortskundigen wissen auch warum. Dort, wo Wurzeln von Bäumen und Buschwerk ins Gestein wachsen, können Risse entstehen und Wasser kann eindringen, das im Winter gefriert und den Fels sprengt.

Der Sandsteinfelsen entlang der Straße Am Sommerbad ist seit mehreren Jahren ein Sorgen­kind in Langenstein. Dort gab es bereits mehrere kleinere Abbrüche. Über Jahre hinweg war ein Fußgängerweg daher vorsorglich abgesperrt worden.

Felswand 2015 für 75.000 Euro gesichert

Daraufhin entschloss sich die Stadt Halberstadt, die Wand aufwendig sichern zu lassen. Das erfolgte im September 2015. Rund 75.000 Euro flossen damals in das Projekt. Die Felswand wurde von einer Bergsicherungs-Firma auf einer Länge von etwa 50 Metern gesichert. Vorher wurden die Bäume im Sicherungsbereich gefällt. Die Wurzeln hat man allerdings im Fels gelassen, weil sie ihn festhalten, wie es hieß.

Ein weiterer Felssturz ­ereignete sich im Dezember 2016. Damals löste sich ein tonnenschweres Gesteinsstück unterhalb des beliebten Touristen-Magneten Altenburg, krachte auf eine Fußgängerbrücke und zerstörte sie teilweise. Auch damals gab es wie durch ein Wunder keine Verletzten, obwohl es sich um einen sehr beliebten Wanderweg handelt.