Rübeland l Einen Riesenzulauf hat das sommerliche Herbstwochenende den Einrichtungen an der Rapodetalsperre beschert. Bis Sonntagnachmittag rissen die Schlange stehenden Besucher an der Hängeseilbrücke und die Reihen der Motorräder und Autos im Straßentunnel sowie auch am Kilometer 9/Abzweig Bundesstraße 81 nicht ab.

Trotz der Rüttelstreifen am Tunnel ließen Auto- und Motorradfahrer am Nachmittag immer wieder ihre Motoren aufheulen und machten den Tunnel zur „Soundröhre“. Etliche Passanten schüttelten den Kopf, andere hielten sich die Ohren zu, wieder andere schauten mit Faszination oder ungläubigem Staunen oder beidem zu. Die Mehrzahl nutzte den Weg über die Talsperre, um den Tunnel zu meiden. Zum Glück wurden viele Fahrzeuge gleich am Hotel und Reiterhof zur Talsperre auf die Parkflächen eingewiesen.

Die Polizei war frühen Sonntagnachmittag vor Ort, das sorgte für mehr Disziplin im Straßenverkehr. Kaum war die Einsatztruppe fort, ging das Motorenkonzert wieder von neuem los. „Ein ganz normales Geschehen an einem Schönwettertag wie diesem“, meinte ein Polizist. Zwar sei die dringend nötige Parkplatzerweiterung an der Hängebrücke in Arbeit bei der Stadt Oberharz und werde eine gewisse Entlastung bringen, hieß es, aber insgesamt sei mehr Engagement der verantwortlichen Kommunen Stadt Oberharz am Brocken beziehungsweise Stadt Thale an diesem Brennpunkt des Tourismus nötig. Am Sonnabendabend war es dort sogar schlimmer. Da hatten Anwohner der Talsperre und Bürger gegen 20.20 Uhr die Polizei wegen Störung der Ruhe in der eigentlich herrlichen Natur alarmiert.

Tuning-Fans aus drei Bundesländern

Vor Ort standen Beamten dann vor einer regelrechte Auto-Invasion. „Geschätzte 300 bis 400 Autos hatten die gesamte  Straße von der Bundesstraße 81 bis weiter hinter den Parkplatz am Tunnel widerrechtlich beidseitig zugeparkt“, teilte die Polizei aus dem Revier Harz in Halberstadt  mit. Fahrzeuge der verschiedensten Typen aus Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hatten die Straße auf einer Länge von cirka drei Kilometern zum wilden Parkplatz gemacht. 

„Die festgestellten Fahrzeuge konnten durchweg der Tuningszene zugeordnet werden“, so die Polizei weiter.  Zum Glück, so hieß es, ist die Straße vom Tunnel nach Rübeland zurzeit wegen Erneuerung gesperrt, so dass der Durchgangsverkehr nicht behindert wurde. Dennoch hatten die Beamten mit der Auto-Invasion genug zu tun.  „Bei der Überprüfung wurden 112 Verkehrsverstöße festgestellt, größtenteils  Parkverstöße, die mit einem Datenermittlungsbeleg und somit mit der Einleitung eines Ordnungswidrigkeitesverfahrens geahndet wurden. Der Einsatz zog sich bis tief in die Nacht gegen 1.30 Uhr hin. Dann löste sich das Treffen der Tuning-Szene auf.