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Interview Wann es an der Osterwiecker Ilse-Brücke weitergeht

Gut fünf Monate geht auf der Baustelle der Ilse-Brücke nichts mehr voran, was an den Nerven der Osterwiecker zehrt. Michael Schanz von der Landesstraßenbaubehörde spricht über den Stand.

20.02.2026, 18:00
An dieser Baustellendraufsicht von Ende September hat sich, mit Ausnahme der Vegetation, kaum etwas verändert.
An dieser Baustellendraufsicht von Ende September hat sich, mit Ausnahme der Vegetation, kaum etwas verändert. Foto: Brockenballon/Winfried Borchert

Osterwieck. - Eine unerwartet entdeckte Betonschicht unter der Gründung des alten Bauwerks hatte den ambitionierten Bauzeitenplan für den Neubau der Ilse-Brücke schon im vergangenen Spätsommer Makulatur werden lassen. Eigentlich sollte das neue Bauwerk bereits Ende dieses Quartals fertig sein. Nun ist die Statik überarbeitet worden.

Der Halberstädter Regionalbereichsleiter der Landesstraßenbaubehörde (LSBB), Michael Schanz, beantwortete die Fragen von Volksstimme-Reporter Mario Heinicke.

Herr Schanz, wann geht es weiter?Wenn das Eis in den Baugruben abgetaut ist, können die Arbeiten mit den Vorbereitungen zur Betonage der Fundamente wieder aufgenommen werden. Dazu werden in einem ersten Schritt die Baugruben leer gepumpt und gereinigt. Da immer noch so viel Eis in den Baugruben ist, konnten die eigentlich ab Donnerstag geplanten Arbeiten leider noch nicht stattfinden. Was sagt der neue Bauzeitenplan über die Fertigstellung aus?Eine Fortschreibung des Bauzeitenplans war aufgrund der bisherigen Witterungsverhältnisse nicht zielführend. Das Bauunternehmen ist jedoch derzeit dabei, die Termine fortzuschreiben. Die LSBB geht zum jetzigen Zeitpunkt von einer Fertigstellung des Bauwerks im Sommer aus.Die Landesstraßenbaubehörde hatte doch sicher im Vorfeld den Baugrund untersuchen lassen. Warum wurde die problematische Betonschicht damals nicht entdeckt?Die LSBB hat während der Planungsphase einen umfangreichen geotechnischen Bericht erstellen lassen. Zur Erkundung wurden unter anderem bis zu 14 Meter tiefe Bohrungen durchgeführt, die natürlich nur neben dem vorhandenen Bauwerk abgeteuft werden konnten. Somit wurde die tatsächliche Situation im unmittelbaren Gründungbereich erst mit dem Abbruch der vorhandenen Widerlager sichtbar. Zudem enthielt weder die vorhandene Bestandszeichnung Hinweise auf Unregelmäßigkeiten oder baugrundverbessernde Maßnahmen, noch ließen sich aus den regelmäßig durchgeführten Bauwerksprüfungen Rückschlüsse auf einen problematischen Baugrund ableiten.Warum dauerte die Überplanung der Statik so lange? Welche Lösung des Problems wird es jetzt geben?Bei der Überarbeitung der Statik wurden zusätzliche Lastfälle berücksichtigt, die das Verhalten des Bauwerks mit den neuen Gründungsverhältnissen simulieren. Durch den dafür notwendigen und in Abstimmung zwischen dem Ausführungsplaner, dem Bodengutachter und dem Prüfingenieur mehrfach zu durchlaufenden Prozess zog sich die Überarbeitung der Statik in die Länge, ist jedoch nunmehr bereits abgeschlossen. Der aktuelle Stillstand ist der Witterung geschuldet, da bei starken Minustemperaturen nicht betoniert werden kann.Kann nun nahtlos weitergearbeitet werden oder müssen bisher hergestellte Teile rückgebaut werden?Es kann nahtlos weitergearbeitet werden. Ein Rückbau bereits hergestellter Bauteile ist nicht notwendig.

Wie werden sich die Kosten entwickeln?Eine Aussage zu möglichen Mehrkosten ist derzeit nicht möglich, da diese noch zwischen Auftragnehmer und LSBB zu ermitteln und zu verhandeln sind.Gibt es zwischenzeitlich irgendwelche Gespräche mit der Stadt, dass doch noch die paar fehlenden Meter zur Heinrich-Heine-Straße mit asphaltiert werden? Unter welchen Voraussetzungen könnte das mit erledigt werden? Unter Berücksichtigung der laufenden Planungen zum Umbau des Abwasserpumpwerks und den damit zu erwartenden Tiefbauarbeiten hält die LSBB einen Ausbau der Heinrich-Heine-Straße aktuell nicht für zielführend. Gespräche oder Verhandlungen mit der Stadt Osterwieck gab es zwischenzeitlich nicht.