Haldensleben l Regelrecht in Feststimmung waren die Briefmarkenfreunde von Haldensleben und Umgebung am Sonnabend. Kein Wunder, schließlich hatten sie ihre Sammlerbörse in der Kulturfabrik gleich drei Jubiläen gewidmet: 25 Jahre Straße der Romanik, 80 Jahre Zusammenführung Alt- und Neuhaldensleben sowie 80 Jahre Mittellandkanal.

Allen drei Jubiläen hatten die Briefmarkenfreunde eine Ausstellung gewidmet. Marken, Postkarten, Zeitungsberichte, Fotos, Pläne und Zeichnungen hatten die Sammler dazu thematisch zusammengestellt und präsentierten so einen Einblick in die Geschichte. Die Ausstellung ist noch diese Woche zu sehen.

Straße der Romanik im Fokus

Im Vordergrund der Sammlerbörse stand am Sonnabend jedoch die Straße der Romanik. Hierzu hatten die Briefmarkenfreunde auch zwei Vorträge organisiert. Bärbel Schöne, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt, blickte dabei auf die Erfolgsgeschichte des Projektes „Straße der Romanik“. Der Tourismusverband zähle Jahr für Jahr mehr Gäste, die die Romanik-Tour in Sachsen-Anhalt entdecken.

Bilder

Über die Aktivitäten des Haldensleber Museums und des „Aller-Vereins“ zum Romanik-Jubiläum berichtete Museumsleiterin Judith Vater. So wird am 13. Mai eine Sonderausstellung unter dem Titel „Die Ruine Nordhusen und die Wüstungsforschung in der Region Haldensleben“ eröffnet. Die Kirchturmruine der ehemaligen Siedlung ist eine Station der Straße der Romanik. Zudem ist Nordhusen vor 800 Jahren erstmals urkundlich erwähnt worden. Diesen beiden Jubiläen soll sich die Schau in bisher nicht da gewesener Zusammenstellung widmen. Das Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege ist Partner der Ausstellung und steuert einige Leihgaben bei.

Ruine Nordhusen

Die Ruine Nordhusen ist bereits groß rausgekommen – und zwar als biber-Sonder-Marke. Dafür haben die Briefmarkenfreunde gesorgt. Zu ihrer Schau am Wochenende präsentierten sie die Marke samt entsprechendem Sonderstempel zum Romanik-Jubiläum auf Schmuckbriefen. Und mehr noch: Um die Sonderausstellung im Museum zu bewerben und das Romanik-Jubiläum groß zu bewerben, machen Briefmarkenfreunde und Museum gemeinsame Sache. Entstanden ist ein Museums-Schmuckbrief, der samt Nordhusen-Marke und Romanik-Sonderstempel, als Einladung zur Ausstellung vom Museum verschickt wird. Fleißig adressiert und abgestempelt wurde schon am Sonnabend.

Neben all den Jubiläen stand natürlich auch das Hobby der Briefmarkenfreunde ebenso im Vordergrund. An den Tischen wurde eifrig getauscht und gefachsimpelt. Zudem gaben die Profis viel von ihrer Erfahrung weiter. Denn zur Börse konnten die Besucher auch ihre Sammlungen mitbringen, um sie einmal begutachten zu lassen.

Sammeln als Hobby

Die Börse nutzte auch Andreas Niemann aus Colbitz, um seine Sammlung zu erweitern. Bei Peter Dammbrück aus Magdeburg wurde der Sammler fündig. „Ich habe angefangen, Briefmarken zu sammeln, als ich sieben Jahre alt war. In Colbitz gab es auch mal einen eigenen Verein. Doch der hat sich nach der Wende dann allmählich aufgelöst“, so der Colbitzer. Nachdem er nun sein altes Hobby vor ein paar Jahren wiederentdeckt hat, wurde er in Haldensleben fündig.

So etwas freut natürlich Maik Schröder, der Vorsitzende der Briefmarkenfreunde. Mit viel Enthusiasmus und Engagement sind er und seine Sammlerfreunde immer wieder dabei, um für ihr Hobby und die Region etwas Besonderes auf die Beine zu stellen. 2020 werden sie übrigens dann einmal selbst im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit stehen. Dann feiert der Verein nämlich sein 100-jähriges Bestehen. Dazu soll es eine große Ausstellung von internationalem Rang in der Ohrelandhalle geben.