Hödingen l In und rund um Hödingen hat die Bürgerinitiative Hödingen gegen eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft vor Ort (BI) mehrere Gewässer- und Brunnenproben genommen, um diese auf Keimbelastungen untersuchen zu lassen. „Das Ergebnis hat uns nicht wirklich überrascht“, sagt Initiativsprecher Henry Weske. Die Wasserproben sind - bis auf eine - mit Keimen fäkalverseucht.

Überrascht hat das Ergebnis vor allem nicht, weil die Vergüllung, zuletzt sogar noch auf gefrorenem Boden auf den angrenzenden Ackerflächen offensichtlich sei.

Bürgerinitiative steht hinter Proben

„Wir werden uns von niemandem erzählen lassen, dass eine gefrorene Pflanze Stickstoff aufnehmen kann und wenn, dann bestimmt nicht in diesen Mengen“, heißt es in einem Statement der Bürgerinitiative in Auswertung der Untersuchungen. Es ginge lediglich darum, Tier- und Biogasanlagenabfälle zu entsorgen, die logischerweise immer größer werden, je mehr Tiere in den Ställen der Ländlichen Erzeugergemeinschaft vor Ort untergebracht seien.

Im Fließgewässer Schölecke, das vor den Toren Hödingens in unmittelbarer Nähe zum Großbetrieb entlangführt, wurden erhebliche Mengen von coliformen Bakterien nachgewiesen.

Zur Unterscheidung gibt der Verbraucherschutz in Sachsen-Anhalt zwei Möglichkeiten an. Zum einen können diese Bakterien coliformen Ursprungs sein, also solche, die im Darm vorkommen, zum anderem aber auch Bakterien, die ausschließlich in der Umwelt vorkommen (umweltcoliforme Bakterien) und sich beispielsweise durch Ablagerungen, auftretende Bakterienvermehrungen oder Einflüsse aus dem Einzugsbereich ergeben können. Auf jeden Fall handelt es sich um eine unerwünschte Kontamination, die weitere Untersuchungen und Maßnahmen zur Beseitigung nach sich ziehen sollte.

Ergebnis wenig überraschend

Die Untersuchungsergebnisse aus der Schölecke waren zum großen Teil identisch mit denen einiger untersuchter Brunnen in Hödingen, stellt die BI fest. „Wenn wir bedenken, dass wir mit dem Brunnenwasser unsere Gärten wässern, den Salat, unser Gemüse ... da kann einem schon übel werden“, sagt Henry Weske.

Für die Bürgerinitiative sei es klar, woher diese Bakterien kommen, da die Hödinger bereits dem Abwasseranschlusszwang unterliegen und maximal noch Sammelgruben für menschliche Fäkalien zulässig sind. Für die BI, die sich Ende Januar in Hödingen gegründet hatte, steht aber auch fest, dass die Ergebnisse der Proben eine starke Aussagekraft besitzen und ihre Argumente unterstützen.

Nur ein Brunnen unbelastet

Nur zuschauen sei keine Option mehr, lange genug habe man dem schleichenden Prozess des Wachsens vor den Toren Hödingens zugesehen. Es gelte zu bedenken, was den nachfolgenden Generationen angetan werde und einer weitere Vergiftung des Umfeldes, von Boden und Wasser aktiv entgegenzuwirken.

Die Initiative kommt aber auch zu dem Schluss, dass sich „leider nur bedingt jemand für unsere Sorgen interessiert, zumal bislang alles im rechtlichen Rahmen erfolgte“.