Haldensleben l An den Eingangstüren des NP-Marktes, der von der Magdeburger Straße und der Holzmarktstraße aus begehbar ist, kleben Zettel: „Dieser NP-Markt wird geschlossen“, ist darauf zu lesen. Die Konsum „Optimal Kauf“-Genossenschaft, zu der der Laden gehört, bestätigt diese Tatsache auf Volksstimme-Nachfrage. Letzter Verkaufstag des Einkaufsmarktes sei der 31. Dezember. „Die Entscheidung ist der Leitung nicht leicht gefallen, ist aber aus unternehmermischen Gründen nicht anders möglich“, heißt es von dem Unternehmen zu den Gründen für die baldige Schließung.

Ansonsten hält sich die Konsum „Optimal Kauf“-Genossenschaft bedeckt. Ob ein anderer Markt in die dann leerstehende Verkaufsfläche einziehen wird oder was mit den Mitarbeiterinnen der NP-Filiale passiert, lässt das Unternehmen offen. Auch, ob das Gebäude, in dem sich der Einkaufsmarkt befindet, vielleicht doch abgerissen werden soll, dazu gibt die Konsum „Optimal Kauf“-Genossenschaft keine Auskunft.

Gerüchte um Abriss von 2015

Das ehemalige „Roland-Kaufhaus“ ist etlichen Haldenslebern nämlich schon seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. Weil es das Stadtbild verschandele, hatte sich auch die Stadt Haldensleben schon mehrfach bemüht, das Gebäude zu kaufen, um es über die Städtebauförderung umgestalten zu können. Zudem wurde mehrmals erfolglos versucht, eine Einigung zu Abriss und Neubau des Hauses mit dem Eigentümer zu finden.

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Zuletzt kursierten 2015 Gerüchte, dass die Konsum-Gesellschaft selbst eine Abrissgenehmigung für das „Roland-Kaufhaus“ beim Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie beantragt habe. Auch damals gab es dazu allerdings schon keine Stellungnahme vom Konsum.

Zu DDR-Zeiten einzigartig

Das Mehrzweckgebäude wurde von 1975 bis 1979 nach Entwurf von Walter Seidl von der Kreisentwurfsgruppe Haldensleben errichtet. Es war das einzige Objekt eines Warenhauses mit der Funktionsüberlagerung von Hotel und Gaststätte, das jemals in einer DDR-Kleinstadt gebaut wurde.

Am Zustand des Gebäudes hat sich allerdings seit DDR-Zeiten nicht viel getan – heute ist der Bau nicht mehr zeitgemäß. Die zu DDR-Zeiten sehr beliebte „Roland“-Gaststätte mit ihrem damals durchaus gehobenen Niveau schloss bereits kurz nach der Wende. Ihre Fläche wurde dem Kaufhaus zugeschlagen, für das am 1. April 2001 das Aus kam. Seit dem 6. Dezember 2001 wurde dann mit dem Einzug des NP-Marktes zumindest auf der unteren der drei Verkaufsetagen noch Handel betrieben.

Lediglich das Hotel „Roland“ ist auch heute noch in Betrieb.