Groß Santersleben l Etwa 500 Radler machten sich am Sonnabend in den Ortschaften der Gemeinde Hohe Börde auf den Weg nach Groß Santersleben. Hier fand rund um das Hopfen-Infohaus die bunte Abschluss-Party zur sechsten Auflage der Tour de Börde statt. „Wir sind 45 Radler“, wusste Albrecht von Bodenhausen als Ortsbürgermeister von Nordgermersleben über die Beteiligung aus seiner Ortschaft am Eingang des Festgeländes zu berichten.

Tage zuvor hatten die fleißigen Helfer hier bereits mit dem Aufbau begonnen. Als die Gäste kamen, standen genügend schattige Plätzchen in den Zelten und auf Bänken bereit und natürlich gab es dank der vor allem örtlichen Vereine und anderer Anbieter auch vieles, was Gaumen und Magen erfreute. Angefangen von selbstgebackenem Kuchen und Crepes über Ochse am Spieß und Nudeln mit Tomatensoße aus der Gulaschkanone bis hin zu Pilzpfanne und Holunderschinken.

Holunderblütenfest als Tradition

Apropos Holunder: Inzwischen ist es Usus, dass das Holunderblütenfest der Landfrauen „Holli-Holler“ mit der Tour de Börde verbunden wird. Zum insgesamt zehnten Mal boten die Landfrauen hierbei Köstlichkeiten aus der Holunderblüte und der Holunderbeere an. So backten sie beispielsweise traditionell ihre Holunderblütenküchlein.

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Und sie waren alle bestens „behütet“, denn auch die Holunderblütenhutkönigin sollte wieder gekürt werden. Den Titel schnappte sich diesmal aber eine Kandidatin weg, die (noch) nicht in den Kreis der Landfrauen gehört. Die kleine Cora Blancke aus Groß Santersleben ging mit Startnummer 1 ins Rennen und konnte am Schluss die meisten Stimmen auf sich vereinen.

Besonders die sachsen-anhaltische Umweltministerin Claudia Dalbert, die auch bei der Tour de Börde zu Gast war, lobte das Engagement für den Holunder in der Gemeinde Hohe Börde. „Holunder ist eine besondere Sache mit einer hunderte Jahre alten Geschichte, hier engagiert man sich, um den Holunder für viele Menschen attraktiv zu machen“, so Dalbert. Sie lobte aber auch als etwas Besonderes an der Region die Menschen, die etwas gestalten.

Tour de Börde verbindet

In vorderster Reihe stand bei der diesjährigen Tour de Börde Groß Santerslebens Ortsbürgermeister Ulrich Schardt. Doch der wusste bei der Organisation des Festes auch seine Vereine und viele Helfer hinter sich.

„Die Vereine haben sich allergrößte Mühe gegeben und wenn es euch bei uns gefällt, freut es uns am meisten. Ich hoffe, ihr habt viel Freude und schöne Gespräche“, sagte er zur Eröffnung. Dem schloss sich auch Steffi Trittel als Bürgermeisterin der Gemeinde Hohe Börde an. Sie freute sich, dass sich die Tour de Börde als Veranstaltung, die alle Orte der Gemeinde verbinden soll, in den Köpfen eingeprägt hat und das „Wir-Gefühl“ gelebt wird.

Dauerhaft an den Höhepunkt des Jahres 2018 erinnert nun auch ein Stein am Groß Santersleber Lindenplatz, der anlässlich der Tour de Börde feierlich enthüllt wurde. Natürlich nicht ohne die stimmungsgeladenen Klänge, die das Sax‘n Anhalt Orchester auch im Laufe der Veranstaltung in mehreren Auftritten seinen Instrumenten entlockte. Den Gästen gefiel es.

Fotowettbewerb vereint

Das „Wir-Gefühl“ dokumentierte zudem ein Fotowettbewerb, den der Kulturausschuss der Gemeinde Hohe Börde unter dem Titel „Aktives Leben in der Hohen Börde“ ausgeschrieben hatte. Die Gäste hatten die Qual der Wahl und konnten aus 33 Fotos ihren Favoriten wählen. Die Stimmen sind ausgezählt und in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses sollen die drei Fotos mit den meisten Stimmen prämiert werden.

Nach der Tour de Börde heißt auch vor der Tour de Börde – speziell für die Nordgermersleber. Denn sie werden im kommenden Jahr anlässlich des 100-jährigen Bestehens des örtlichen Sportvereins das Abschlussfest der Tour de Börde ausrichten. Termin soll der 15. Juni 2019 sein.