Rätzlingen l Ursprünglich sollte das Gemeinde- und Kulturzentrum, gleich neben der Dorfkirche in Rätzlingen, bereits Pfingsten eingeweiht werden, doch durch Bauverzögerungen schien sich die Fertigstellung bis zum Ende des Sommers hinzuziehen. Immer wieder gab es Probleme. Die Corona-Pandemie machte den Handwerksbetrieben zu schaffen und führte auch zu Lieferschwierigkeiten. Um Restarbeiten zu erledigen und auch das Außengelände herzurichten, wurde die Fertigstellung samt feierlichem Akt für den 13. Dezember, dem dritten Adventssonntag, angesetzt.

„Gern hätten wir in diesem Jahr die Einweihung unseres Gemeindezentrums mit vielen Gästen aus nah und fern gefeiert. Doch schweren Herzens sagen wir den Gottesdienst und die im Anschluss geplante Einweihung ab“, sagte Rabea M. Reinhold, ordinierte Gemeindepädagogin im pfarramtlichen Dienst.

Die Entscheidung, die Eröffnung des Zentrums aufgrund der Corona-Pandemie zu verschieben, fiel am 26. November im Gemeindekirchenrat Rätzlingen. Der Kirchenrat beschloss, diese Festlichkeit auf unbestimmte Zeit ins Jahr 2021 zu verschieben. Gefeiert werden soll erst, wenn die Corona-Rahmenbedingungen so eine Einweihung wieder ermöglichen. „Der Gemeindekirchenrat hat mit dieser Entscheidung seine Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlergehen aller mit dem Gemeindezentrum verbundenen Menschen wahrgenommen. Diese Entscheidung ist uns schwer gefallen“, beschrieb die Pfarrerin und bat um Verständnis.

EU fördert Projekt

Gefördert wurde das Bauprojekt der evangelischen Gemeinde mit Hilfe von Mitteln aus dem Leader-Förderprogramm der EU zur lokalen Entwicklung in ländlichen Gebieten. Bereits 2018 kam der Zuwendungsbescheid in Höhe von 239.630 Euro. Das waren 75 Prozent Förderung. Es kam wegen der Verzögerungen zu einer Preissteigerung. Etwa 422.000 Euro betrug die Gesamtsumme.

Das neue Haus dient als Begegnungsstätte für den Kirchengemeindeverband Rätzlingen mit den Orten Kathendorf, Bösdorf, Lockstedt, Everingen und Seggerde. Im neuen Domizil ist Platz für die Treffen des Frauenkreises, für Bibelwochen, für Konfirmandenunterricht, für Kindernachmittage, für Christenlehre und für Wintergottesdienste. Aber auch für öffentliche Veranstaltungen soll das Haus geöffnet werden.

„Allen, die mitgefiebert, mitgebangt, mitgedacht, mit vorbereitet haben und die den Bau des Gemeindezentrums mit ihren guten Wünschen und Gebeten begleitet haben, danken wir sehr“, sagte die Pfarrerin. Es sei – nach ihren Ausführungen – schön zu sehen, was sich in den letzten zwei Jahren seit dem Baubeginn auf dem Gelände verändert hat.

Es gäbe mit dem Neubau der alten Pfarrscheune bessere Möglichkeiten für die Arbeit der Kirchengemeinden und für die Begegnung mit Menschen, Gruppen und Vereinen aus Rätzlingen. „Trotz der coronabedingten Verschiebungen in diesem Jahr sind wir fast am Ziel und hoffen, dass die letzten Arbeiten im Außenbereich noch vor Weihnachten fertig werden. Wir wollen das Gemeindezentrum soweit in Nutzung nehmen, die feierliche Einweihung im nächsten Frühjahr neu planen und alle dazu einladen“, versicherte Rabea Reinhold.