Weferlingen l Die Bilder, die an dem Abend bei „Tee und Tratsch“ in der Bibliothek und Tourist-Information gezeigt wurden, waren nicht immer ganz scharf. Schließlich wurden die Originalfilme auf 8 oder 16 Millimeter gedreht. So jedenfalls berichtete es Karl-Heinz Gebhard, einer der beiden Amateurfilmer, die vor etwa 60 Jahren das Filmstudio Weferlingen begründet hatten.

Er hat die alten Filme umgewandelt, so dass sie heute als DVD vorliegen und auch über den Fernseher gezeigt werden können. Auch der Ton musste „nachgeschärft“ werden. Doch wenn auch die Filme nicht so gestochen scharf sind wie mit heutiger Technik gedrehte, die Zuhörer an dem heimatgeschichtlichen Abend erkannten alles genau und waren sehr interessiert an weiteren Filmen. Im Frühjahr soll es daher eine Neuauflage des Filmabends geben.

Alte Filme wurden digitalisiert

Karl-Heinz Gebhard und Karl-Otto Riecke haben in den vergangenen Jahrzehnten etliche Filme in Weferlingen und Umgebung gedreht. Karl-Otto Riecke konnte wegen einer Erkrankung an dem Abend leider nicht teilnehmen.

Bilder

Direkter Anlass für den Filmabend war die neue Jahresschrift der Museen des Landkreises Börde, die gerade erschienen ist. Marita Bullmann hatte für diese Jahresschrift einen Beitrag über das Filmstudio Weferlingen geschrieben. Sie stellte die Geschichte der beiden Hobbyfilmer kurz vor.

Studio in den 50ern gegründet

In den 1950er Jahren hatten Karl-Heinz Gebhard und Karl-Otto Riecke von einer Veranstaltung in Magdeburg gehört, auf der Hobbyfilmer ihre Filme präsentierten. Neugierig fuhren beide hin, denn sie waren bereits engagierte Hobbyfilmer, allerdings beschäftigten sie sich nur mit privaten Aufnahmen. Das war die Geburtsstunde des „Filmstudios Weferlingen“. Mitarbeiter des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit überzeugten die Männer, künftig als Amateurfilmgruppe den Kreis Haldensleben zu vertreten.

An vielen Wettbewerben von Hobbyfilmern in der DDR haben die Männer anschließend teilgenommen. In jedem Jahr wurde ein neues Thema ausgeschrieben. Auf dem Boden eines Nebengebäudes hatten sich die Männer auf Karl-Heinz Gebhards Grundstück einen Arbeitsraum eingerichtet. Hier wurden die Filme fertiggestellt. Die passenden Szenen wurden ausgewählt, der Film mit Ton unterlegt, teilweise auch nur mit Musik.

Film zum Fall der Grenze

Internationale Anerkennung erhielten die Weferlinger für ihren kurzen Film „Endlich“. Darin geht es um den Fall der innerdeutschen Grenze, konkret um die Öffnung der Grenze zwischen Weferlingen und Grasleben am 18. November 1989. Dieser Film war auch in Schweden und Frankreich zu sehen.

Ausführlich wird das Schaffen der Hobbyfilmer in der Jahresschrift der Museen beschrieben. Die Jahresschrift ist zum Preis von vier Euro auch in der Bibliothek und Tourist-Information erhältlich.