Haldensleben (az) l Das Rolli-Bad ist ab morgen vorübergehend geschlossen. Grund dafür sind die jährlichen Wartungsarbeiten, wie Rolli-Bad-Teamleiter Thomas Ritzmann informiert. Allerdings dauern sie dieses Mal länger als gewöhnlich - nämlich bis zum 30. September. Das liegt an einem Mangel, der bei einer Begehung im Oktober 2017 entdeckt wurde. Er betrifft das Schwimmerbecken und rührt bereits aus der Bauzeit des Bades in den 90er Jahren her.

Die Hülle des Beckens besteht aus Beton, der mit Bewehrungsstahl verstärkt ist. Allerdings ist der Stahl auf der Außenseite von einer zu dünnen Schicht Beton bedeckt. Das ist ein Problem, wie René Vieille erklärt. Er ist der technische Prokurist der Stadtwerke, die das Rolli-Bad betreiben. Der Beton solle nämlich als Korrosionsschutz für den Stahl dienen. Aber: „Wir haben Bohrkerne gezogen und festgestellt, dass der Korrosionsschutz nicht mehr gegeben ist“, so Vieille. An einigen Stellen sind bereits mit bloßem Auge Schäden zu erkennen. Denn: „Stahl dehnt sich aus, wenn er rostet“, informiert René Vieille. Aus diesem Grund gibt es auf der Außenseite des Beckens bereits einige Abplatzungen. „Eine Gefahr besteht dadurch nicht“, betont Antje Streck von der Marketing-Abteilung der Stadtwerke. Trotzdem solle diese Entwicklung aufgehalten werden.

Leitungen müssen entfernt werden

Aus diesem Grund müssen zunächst alle Leitungen entfernt werden, die das Schwimmerbecken umgeben. Anschließend werde eine Fachfirma nach Schadstellen suchen und diese sanieren. Dann werde das ganze Becken von außen mit einer Emulsion gestrichen, die in den Beton eindringe und den Schutz wiederherstelle. Zum Abschluss müssen die entfernten Leitungen wieder installiert werden. Zwar haben die Stadtwerke das Rolli-Bad bereits 2016 umfassend saniert. Dieser Bereich habe dabei aber keine Rolle gespielt.

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Im Rahmen der üblichen Wartung werden darüber hinaus alle Becken gelehrt, gereinigt und unter anderem die Tauchstreifen erneuert. Alle Bereiche werden überprüft, die technischen Anlagen gewartet, die Beleuchtung erneuert und Malerarbeiten erledigt. „Diese Maßnahmen im laufenden Schwimmbetrieb durchzuführen, ist einfach nicht möglich und erfordert die Schließung des gesamten Bades“, so René Vieille. Auch der Sauna-Bereich stehe bis Ende September nicht zur Verfügung. Die Schließung des Bades trifft vor allem das Schul- und Vereinsschwimmen. „Leider war es uns nicht möglich, die Schließung außerhalb der Schulzeit zu legen“, sagt Antje Streck. Die Kosten für die Arbeiten schätzt René Vieille auf 55.000 bis 70.000 Euro.