Schollener haben Freude an dem Tanz

Weltweit tanzen Menschen zum Beat des Songs „Jerusalema“ – weil das soviel Spaß macht und darum zumeist in einer Dauerschleife. Geschrieben wurde das Lied auf Zulu, einer der elf Amtssprachen in Südafrika. Der Choreographie des Songs kommt zugute, dass sie auch mit ausreichender Corona-Distanz zu anderen getanzt werden kann.

Freude an „Jerusalema“ haben aus dem Elb-Havel-Winkel unter anderem bereits die Pflegekräfte aus dem Seniorenwohnpark Schollene gefunden.

Der organisatorische und technische Aufwand für die Tanz-Demo im Modellsportzentrum ist groß und mit hohen Kosten verbunden. Unter anderem müssen die Corona-Bestimmungen genauestens umgesetzt werden, insbesondere was den Abstand betrifft.

Für die finanzielle Absicherung bittet der Verein „Blaue Herzen für Kinderfreundlichkeit“ um Unterstützung. Spenden können auf das Vereinskonto unter IBAN: DE83 8105 0555 3080 0100 00 eingezahlt werden. Kennwort: Tanz-Demo.

Havelberg l Fast alle machen mit: Feuerwehrleute, Krankenpfleger, Polizisten, Sportvereine, Schulen und und und ... Mittlerweile gibt es zahlreiche tanzende Gruppen aus der ganzen Welt, die die Jerusalema-Challenge performen. Selbst Häftlinge in Justizvollzugsanstalten tanzen schon den weltweiten Hit des südafrikanischen DJs Master KG.

„Das Blaue Herz ist schon fleißig beim Üben.“

„Auch wir wollen das tun“, kündigt Hans-Joachim Frey vom Havelberger Verein „Blaue Herzen für Kinderfreundlichkeit“ an. „Das Blaue Herz ist schon fleißig beim Üben“, sagt er lächelnd. Und stellt seine Idee vor: „Per Zufall habe ich Videos von der Jerusalema-Tanzchallenge gesehen“, berichtet er. „Je öfter ich mir das angesehen habe, um so mehr hat mich diese weltweite Aktion in den Bann gerissen. Dabei kam ich auf den Gedanken, solch eine Tanzchallenge als Tanzdemonstration für das Havelberger Krankenhaus zu starten. Denn die Sicherung der Gesundheitsversorgung der Menschen hier hat auch nach der Schließung des Krankenhauses weiterhin allerhöchste Priorität.“

Bei einer Videokonferenz mit Vertretern des Vereins „Pro Krankenhaus“ warb Hans-Joachim Frey dann für seine Idee und auch dafür, diese als Aktion für die ganze Region zu starten, somit auch ein überregionales Zeichen zu setzen. „Ein Zeichen auch für das abgewickelte Erlebnispädagogische Centrum in Havelberg und für das bedrohte Schullandheim in Klietz“, so das Vorstandsmitglied des Blaue-Herzen-Vereins. „Kurz formuliert könnte die Aktion ,Tanzen für eine Region, die immer mehr abgehängt wird‘ heißen. Denn immer mehr geht hier in Havelberg und im näheren Umland der Stadt den Bach herunter.“

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Die Mitglieder des Krankenhaus-Vereins zeigten sich sehr angetan von dem Vorschlag und wollen die Aktion mit allen ihren Kräften unterstützen. Vereinsvorsitzender Holger Schulz brachte zum Beispiel zum Ausdruck, dass er sich erhofft, dass sich von dieser Aktion auch sehr viele junge Menschen angesprochen fühlen dürften. Denn gemeinsam Spaß an Musik und Tanzschritten zu haben, sei schließlich nicht vom Alter abhängig.

Und Sandra Braun erhofft sich durch die Tanz-Demo landesweit wieder mehr Aufmerksamkeit für Havelberg und ein Krankenhaus hier.

„Wir möchten Tanzgruppen, Karnevalsvereine, Sportgruppen, Kindertagesstätten, Schulen, verschiedenste Berufsgruppen in ihrer Arbeitskleidung oder auch Landwirte mit ihren Traktoren ansprechen, sich an der Jerusalema-Tanzdemo in Havelberg zu beteiligen“, so Hans-Joachim Frey. „Kommt und macht mit! Tanzen wir einen Hilferuf für unseren ländlichen Raum in die Welt hinaus“, wendet er sich an Jedermann. An Kinder, Jugendliche, Erwachsene und auch Rentner. Videos zu „Jerusalema“ finden sich übrigens sehr zahlreich im Internet. Für alle, die schon einmal üben möchten.

Für die Region

Der 20. März, ein Sonnabend, gleichzeitig auch Frühlingsanfang, soll dann zu einem ganz großen Tag und zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Beteiligten in Havelberg werden. „Alle Teilnehmer an der Tanzdemo treffen sich dazu dann im Havelberger Modellsportzentrum“, informiert Frey. Hier sei für alle viel Platz und außerdem könne von hier aus der Blick auf einen Teil der Altstadt mit dem Dom genossen werden. Eine Kulisse, die auch wichtig sei für die Filmaufnahmen von der Veranstaltung, die per Internet in die ganze Welt geschickt werden sollen. Das Gelände an der Rathenower Straße „ist für die Jerusalema Challenge bereits klar gemacht. Nach meiner Anfrage kam bereits einen Tag später die Zusage bei mir an“, freut sich der Sprecher des Blaue-Herzen-Vereins. Und auch über die sofortige Zusage von der Leiterin der Mädchentanzgruppe Arabeske, Sylvia Liban. „Ihre Mädchen könnten auf einer Bühne zunächst als Vortänzerinnen agieren – also zeigen, wie ‚Jerusalema‘ geht. Und wer möchte, kann dabei bereits fleißig mitüben“, erzählt Hans-Joachim Frey. Von der Zeit her stellt er sich alles so vor: Öffnung des Modellsportzentrums um 13 Uhr, ab 14 Uhr gemeinsames Üben mit Arabeske und ab 15 Uhr dann die Tanzdemo.

Mit im Boot sitzen übrigens bereits auch die Stadt Havelberg mit Bürgermeister Bernd Poloski und dem Bauhof (unter anderem Bühnenaufbau) sowie die Havelberger Ortsfeuerwehr. Für Filmaufnahmen aus der Höhe würde sie ihre Drehleiter zur Verfügung stellen. Ortswehrleiter David Koch möchte seinen Kameradinnen und Kameraden zudem den Vorschlag unterbreiten, sich außerdem an der Tanz-Challenge aktiv zu beteiligen.