Schollene l Die Stimmung ist aktuell allerdings etwas gedämpft. Es geht um das neue Feuerwehrauto, das die Verbandsgemeinde in 2019 für Schollene kauft. Die Kameraden können die Äußerungen von Verbandsgemeinderatsmitglied Sebastian Heinike nicht nachvollziehen. Er stellte sich auf der Jahresversammlung am Sonnabend dem Unmut und stellte klar: „Es geht nicht um die Arbeit und die Leistung der Kameraden im Elbe-Havel-Land, sondern einzig darum, dass die Verwaltung der Verbandsgemeinde das Geld sinnvoll einsetzt, um die Umlagen, die die Gemeinden zahlen müssen, so gering wie möglich zu halten. Deshalb muss jede Ausgabe auf den Prüfstand! Ich habe Respekt vor der Arbeit jedes einzelnen Kameraden, das ist doch selbstverständlich. Aber man muss auch ehrlich und sachlich diskutieren können und genau abwägen, wie die Mittel sinnvoll eingesetzt werden – möglichst ohne neue Kredite, die den Haushalt der Verbandsgemeinde immer weiter aufblähen.“

Reparatur nicht mehr möglich

Seine als Beispiel geäußerte Überlegung, statt eines neuen Fahrzeuges für Schollene das Alte zu reparieren oder ein Gebrauchtes zu kaufen, können die Schollener Kameraden nicht nachvollziehen. „Das Alte zu reparieren, ist sinnlos! Es ist ein Oldtimer von 1973, also 46 Jahre alt. Dafür gibt es keine Ersatzteile mehr, er gehört ins Museum“, führte Jens Schulze auf. Und Kai Völkel ergänzte, dass bei Gebrauchten schon bald Reparaturen anfallen, die dann wieder Geld kosten, „und drei Jahre alte Fahrzeuge sind auf dem Gebrauchtmarkt nicht zu finden.“

Bürgermeisterin Steffi Friedebold führte aus, dass die Risikoanalyse und Bedarfsplanung mit fachlicher Kompetenz beschlossen worden sind. „Der Verbandsgemeinderat steht hinter den Wehren. Die Motivation darf nicht leiden. Es stehen jetzt viele Investitionen an – in die Feuerwehren und in den Schönhauser Kindergarten, „das wird richtig teuer und es wird schwere Einschnitte geben. Es sind viele Investitionen aufgelaufen, die wir nicht länger aussitzen können – um die kommen wir einfach nicht herum!“

Lieferung wohl im Oktober

Die Ankunft des dringend benötigten Hilfeleistungslöschfahrzeuges kündigte Wehrleiter Uwe Engel für Oktober an. Er ist froh, dass den Aktiven dann ein den heutigen Normen entsprechendes Fahrzeug zur Verfügung steht, das beim Einsatz optimale Voraussetzungen bietet.

Elf Einsätze hatte es im vergangenen Jahr gegeben. Uwe Engel erinnerte an Waldbrände, Verkehrsunfälle, Hilfeleistungen und Beseitigung von Sturmschäden, einen Fehl- alarm gab es im Pflegeheim. 112 Stunden kamen dabei zusammen. Und dazu dann noch die Zeit, die die Kameraden mit dem Verein „Wasser marsch!“ beim Weihnachtsbaumverbrennen, Osterfeuer, Maibaumaufstellen und Oktoberfeuer investierten.

Guter Ausbildungsstand

Der stellvertretende Wehrleiter Andreas Musow gab einen Überblick über die Ausbildung im vergangenen Jahr. Aktuell gibt es 14 Maschinisten, elf Atemschutzgeräteträger, sieben Gruppenführer, drei Zugführer und einen Verbandsführer sowie gut ausgebildete Truppmänner und -frauen. Unter anderem haben sechs Schollener an der Ausbildung im Brandcontainer in Fischbeck teilgenommen und fünf an der Sprechfunker- ausbildung, Florian Berg und Pascal Berger gehören neu zu den Atemschutzgeräteträgern. 25 Ausbildungsdienstabende haben im Schollener Gerätehaus stattgefunden. Sie waren recht gut besucht, so dass 917 Ausbildungsstunden zusammenkamen.

Im Herbst steht dann ein intensives Vertrautmachen mit der Technik im neuen Fahrzeug an, damit sie schnell beherrscht wird.