Simulation

Hartmut Gropius lehrt Jugendlichen aus Havelberg das Fliegen

Eine Flugschule am Flugsimulator für Nachwuchspiloten wird in Nicht-Lockdown-Zeiten immer dienstags im Havelberger Schülerinstitut angeboten.

Von Dieter Haase
Im Havelberger Modellsportzentrum fühlt sich Hartmut Gropius seit 50 Jahren wie zu Hause. In diesem Jahr hat er sich besonders der Rasenpflege angenommen.
Im Havelberger Modellsportzentrum fühlt sich Hartmut Gropius seit 50 Jahren wie zu Hause. In diesem Jahr hat er sich besonders der Rasenpflege angenommen. Foto: Dieter Haase

Havelberg - „Ich bin ein begeisterter Pilot“, sagt Hartmut Gropius. Seit knapp 20 Jahren steuert er mit verschiedensten Flugzeugen internationale Flughäfen auf der ganzen Welt an. „Immer wieder ist das eine Herausforderung, die mir jede Menge Spaß bereitet.“ Spaß mit dem Flugsimulator. Denn darin sieht der 79-Jährige seine große Leidenschaft. „Über meinen Enkel Christian habe ich vor über 20 Jahren die Liebe zum simultanen Fliegen entdeckt. Im Alter von zehn Jahren hatte er ein solches anspruchsvolles Spiel geschenkt bekommen und mich dazu eingeladen, es auch einmal auszuprobieren. Dabei habe ich dann festgestellt, dass es genau das ist, was ich brauche – vor allem auch, um mein technisches Wissen weiter zu vervollkommnen. Begeistert habe ich damals die ganze Nacht am Flugsimulator verbracht.“

Vom Enkelsohn die Begeisterung abgeguckt

Und bis heute würde es nichts Schöneres für ihn geben, versichert Hartmut Gropius. Ganz besonders freue er sich auf den „Flugsimulator 2020“, der im Vorjahr herausgekommen ist. „Um das richtig genießen zu können, muss ich mir nun aber auch bald einen neuen Computer zulegen. Denn der, den ich habe, ist inzwischen auch schon über zehn Jahre alt.“

Leider schon seit sieben Monaten Flugpause

Solange Hartmut Gropius in Havelberg war und es seit gut anderthalb Jahren auch wieder ist – zwischenzeitlich lebte er mehrere Jahre in Weimar –, fühlte und fühlt er sich eng mit der Jugend verbunden. Einst im Modellsportzentrum an der Rathenower Straße und seit dem vergangenen Jahr als „Fluglehrer“ im Schülerinstitut für Technik und angewandte Informatik (SITI). „Flugschule am Flugsimulator“, heißt dort an jedem Dienstagnachmittag sein Angebot für interessierte Kinder und Jugendliche. „Es hatte gut begonnen im SITI“, berichtet er. Doch seit November 2020 ist das Schülerinstitut leider fast durchgehend coronabedingt geschlossen. „Der Flugsimulator hat damit schon seit gut sieben Monaten Pause. Und ich vermute stark, dass sich daran bis zum Beginn der Sommerferien nichts mehr ändern wird.“

Leitfaden für die Schüler erarbeitet

Aber mit Beginn des Schuljahres 2021/2022 möchte Hartmut Gropius mit Schülern dann wieder voll einsteigen ins Fluggeschehen. „Das ist wie eine richtige Pilotenausbildung“, erklärt er. Ich vermittele den Teilnehmern alles, was dafür wichtig ist, zum Beispiel, was all die Instrumente und Anzeigen im Cockpit für eine Bedeutung haben und was bei den unterschiedlichen Witterungsbedingungen sowie bei Tag und Nacht zu beachten ist.“ Die freie Zeit hat er genutzt, um für seine Piloten am Flugsimulator einen Leitfaden mit dem Titel „Pilot von Anfang an“ zu erarbeiten, der einem kleinen Lehrbuch gleicht. „Ich wünsche mir, dass ich zum neuen Schuljahr vielleicht noch einige Jungen und Mädchen mehr für diese schöne und lehrreiche Freizeitbeschäftigung begeistern kann.“

Rasenmäher im Modellsportzentrum

Nach wie vor ist aber auch das Modellsportzentrum sein zweites Zuhause. Hier steht sein Wohnwagen und hier mäht er regelmäßig Gras.