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PapierKreis Stendal: Volksstimme wird im Jugendklub zum Hingucker

Zeitungspapier ist zum Lesen bestens geeignet. Als Bastelmaterial und Dekoration findet es in Kamern im Kreis Stendal eine neue Verwendung.

Von Max Tietze Aktualisiert: 05.02.2024, 18:51
Kinder basteln mit Petra Güldenpfennig einen Kranz aus Zeitungspapier im Jugendklub in Kamern. Als erstes werden Blätter zu Röhren gedreht.
Kinder basteln mit Petra Güldenpfennig einen Kranz aus Zeitungspapier im Jugendklub in Kamern. Als erstes werden Blätter zu Röhren gedreht. Foto: Max Tietze

Kamern. - Die Volksstimme ist gelesen. Was wird nun mit dem Zeitungspapier? Wegwerfen muss nicht sein. Kinderleicht kann man damit wunderbare Dekorationen anfertigen. Ein Kranz aus „echter Volksstimme“ vom Jugendklub aus Kamern ist im Servicepunkt in Havelberg in der Schulstraße zu sehen. Petra Güldenpfennig, die den Jugendklub leitet, und Kinder haben dem Volksstimme-Team gezeigt, wie es geht.

Wie kam es dazu, dass auf diese Art Papier ein neues Leben in Kamern im Kreis Stendal erfährt? Als „kreative Biene“ hat sich Petra Güldenpfennig das Basteln mit Papier bei Kollegin Anke Pick in Nitzow abgeschaut. „Ich habe es dann einfach in Kamern ausprobiert, mit Papier zu arbeiten. Zeitungsblätter rollen ist die Grundlage, das ist nicht schwer. Die Kinder lernen es auch schnell“, sagt die Klubleiterin.

Der Kranz wurde mit Papier von Volksstimme-Ausgaben geflochten.
Der Kranz wurde mit Papier von Volksstimme-Ausgaben geflochten.
Foto: Max Tietze

Röhren aus Papier

Bodica aus Kamern gehört schon zu den erfahrenen Kindern, wenn es um das Basteln und Papierflechten geht. „Auch zu Hause habe ich es selbst ausprobiert. Wenn der Anfang für den Papierkranz geschafft ist, geht es fast von allein weiter“, sagt das junge Mädchen und zeigt beim Volksstimme-Besuch die Schritte, bis ein Kranz fertig ist.

Doch bevor es an das Flechten vom Kranz geht, werden die einzelnen Seiten glatt auf den Tisch gelegt, auf die halbe Größe geschnitten und zusammengerollt. Da helfen alle Kinder mit. Einzelne Zeitungsseiten werden gefaltet und in der Hälfte durchgeschnitten. Jetzt können flinke Hände die Bögen um dünne Holzstäbe wickeln, so dass schmale, stabile Röhren entstehen. Das Papier wird mit einem Tupfen Kleber gesichert, sonst würden die Rollen wieder aufgehen. Da sie etwas schräg gerollt werden, entsteht ein dickeres und ein dünneres Ende.

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So lassen sich die rund 30 bis 50 Zentimeter langen Papierstäbe aneinanderstecken. „Das Baumaterial sieht kompliziert aus, ist aber ganz simpel", sagt Petra Güldenpfennig und fasst noch einmal zusammen: „Bogen nehmen, über Eck rollen, festkleben, fertig. Wenn es am Abend im Klub ruhiger ist, bereite ich oft einige Papierrollen vor.“ An diesem Nachmittag steht schon eine gut gefüllte Kiste bereit.

Wie entsteht ein Kranz?

Um den Kranz zu flechten, nimmt Bodica eine Sprayflasche zu Hilfe. Es ginge auch anderes, wenn es stabil genug ist. Der Durchmesser bestimmt die Dicke vom Kranz. Für den Anfang werden die langen, dünnen Papierrollen über Kreuz gelegt, dann die Flasche in die Mitte gestellt. Nun werden die Rollenenden nacheinander um die Flasche gelegt. Ein Geflecht entsteht.

Es geht weiter rundherum, immer höher. Werden die Enden der Papierröllchen zu kurz, kommt das Anstecken der nächsten Rolle ins Spiel. Das Geflecht wird immer höher, die Flasche wird als Formhalter weitergeschoben. Bodica kann das sehr geschickt: „Wenn das Geflecht lang genug ist, kann ich es als Kreis zusammenlegen und habe den Kranz.“

Schmuck für das ganze Jahr

Um das Werk dann zu vollenden, gibt Petra Güldenpfennig den Tipp: „Die Enden von Geflecht stoßen aneinander, und wenn man sie mit dünnem Blumendraht und etwas Kleber fixiert, behält der Kranz seine Form.“

In die Mitte vom Kranz passen je nach Jahreszeit weihnachtliches Tannengrün für den Advent oder ein Blumengesteck im Topf für Frühling und Sommer. Da der Kranz aus Papier ist, ist beim Gießen etwas Vorsicht angebracht.

Entstehen  Vasen aus Papier, kommen auch überraschende Formen zustande.
Entstehen Vasen aus Papier, kommen auch überraschende Formen zustande.
Foto: Max Tietze

Für eine Vase, die aus den Papierrollen auch gebaut werden kann, nehmen die Kinder Pappe als Bodenplatte. Mit der quadratischen Form bekommt man gleichmäßige Seitenwände. Auf die Pappe kleben die Kinder jeweils vier Papierrollen. Die überstehenden langen Enden werden nacheinander über Eck gebogen und geknickt. Auch hier wird durch das Anstecken der Rollen der Flechtstreifen immer wieder verlängert, je nach dem, wie hoch die Vase werden soll. Dadurch wächst ein stabiler Papierturm. Ob die Vase einfach gerade hoch gebaut wird oder doch etwas gedreht erscheint, ergibt sich einfach.

Das Zeitungspapier bei Kranz oderVase kann im Original bleiben oder mit Farbe überzogen werden. Auf jedem Fall entstehen so kinderleicht Hingucker, versichern die „Papierbaumeister“, die stolz auf ihre Werke sind.

Nele, Justus, Jean und Leonard kommen aus Kamern und Wulkau. Sie sind Stammgäste bei Petra Güldenpfennig im Jugendklub. Alleine die Rollen herzustellen, bereitet den Kindern Spaß, denn mit etwas Fantasie entstehen Fernrohre, Hörner oder Lanzen. Zeitungspapier ist eben vielseitig.