Konzept

Salus sieht ein Gesundheitszentrum in Havelberg als realistisch an

Bevor das Konzept für ein Gesundheitszentrum in Havelberg bis August fertig sein soll, hat die Salus GmbH Eckpunkte vorgestellt. Wichtigste Aussage: Eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung inklusive Betten ist realistisch.

Von Andrea Schröder
Hans-Joachim Fietz-Mahlow (links) und Beate Bröcker (rechts) informierten gestern über den Zwischenstand für das Konzept Gesundheitszentrum in Havelberg. Anke Görtz und Holger Schulz von ?Pro Krankenhaus? freuten sich darüber. Mit dabei waren auch der Bürgermeister und der Landrat.
Hans-Joachim Fietz-Mahlow (links) und Beate Bröcker (rechts) informierten gestern über den Zwischenstand für das Konzept Gesundheitszentrum in Havelberg. Anke Görtz und Holger Schulz von ?Pro Krankenhaus? freuten sich darüber. Mit dabei waren auch der Bürgermeister und der Landrat. Foto: Andrea Schröder

Havelberg - In drei Stufen soll das Intersektorale Gesundheitszentrum (IGZ) in Havelberg entstehen. Das sieht das Konzept der landeseigenen Krankenhausgesellschaft Salus vor, das sie bis August fertigstellen will. Geschäftsführer Hans-Joachim Fietz-Mahlow stellte dazu am Donnerstag gemeinsam mit Beate Bröcker (SPD), Staatssekretärin im Sozialministerium und Aufsichtsratsvorsitzende der Salus Altmark Holding, den Zwischenstand im Rathaus vor. Die Chancen, das als Modellprojekt für die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum geplante Vorhaben in die Tat umsetzen zu können, stehen gut, verkündete der Geschäftsführer.

Räumlichkeiten im früheren Krankenhaus

Zahlreiche Gespräche mit verschiedenen Partnern, eine Analyse der Versorgungssituation in der Region und eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit durch ein externes Beratungsunternehmen seien die Gründe für seinen Optimismus. Und auch ein Domizil steht in Aussicht: Räumlichkeiten im ehemaligen Krankenhaus.

In Gesprächen etwa mit umliegenden Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten, Krankenkassen habe es stets kritische Nachfragen zum Vorhaben gegeben. „Grundsätzlich haben wir aber Zustimmung erlebt“, berichtet Hans-Joachim Fietz-Mahlow vom Interesse an kooperativer Zusammenarbeit verschiedener Partner. Das Modellvorhaben soll unter dem Dach der Salus-Praxis in Abstimmung mit regionalen Akteuren der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung, Kostenträgern, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie weiteren Partnern entwickelt werden. „Vorbehaltlich der detaillierten konzeptionellen Ausarbeitung ist vorgesehen, mit einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) zu starten. In der zweiten Ausbaustufe sollen pflegerische Über-nachtungsbetten mit ärztlicher Rufbereitschaft sowie fachtherapeutische Angebote folgen. Durch Kooperationen mit den niedergelassenen Ärzten und Notärzten vor Ort, den Krankenhäusern in der Umgebung sowie telemedizinischer Flankierung ist ein für den ländlichen Raum wegweisendes Projekt geplant.“ In der dritten Stufe könnten weitere Angebote wie Physiotherapie folgen.

Fachkräfte sind erforderlich

Ein Knackpunkt wird es sein, sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal zu gewinnen. „Ohne Fachpersonal kann das beste Projekt nicht erfolgreich sein“, so Fietz-Mahlow. Die Werbung soll in Kürze beginnen. Er betonte, dass Salus nicht in den Wettbewerb mit anderen Anbietern medizinischer Leistungen treten will. Vielmehr sollen Versorgungslücken geschlossen werden. „Es geht um Win-Win-Effekte für alle Beteiligten. Wir denken konsequent aus dem Blickwinkel des Patienten und seines Versorgungsbedarfs, nicht in starr abgegrenzten ambulanten oder stationären Schubladen.“ Bis August sind weitere Gespräche mit potenziellen Kooperationspartnern erforderlich sowie viele rechtliche und wirtschaftliche Fragen zu klären.

Für das Gesundheitszentrum hat Salus positive Rückmeldungen von Seiten der KMG für einen Mietvertrag bekommen, informierte Fietz-Mahlow. Grundsätzlich sehe der Verein „Pro Krankenhaus Havelberg“ diesen Standort als am besten geeignet für ein IGZ an, sagte dessen Vorsitzender Holger Schulz. Er meldete jedoch Bedenken angesichts dessen an, dass der Krankenhauskonzern Geld verdienen müsse.

Menschen für das Projekt begeistern

Kritisch zu sein und weiterhin mit den Donnerstags-Demos auf die Notwendigkeit einer ordentlichen Gesundheitsversorgung aufmerksam zu machen, sei wichtig, sagte Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos). Aufgabe der Havelberger sei es aber auch, für das Projekt zu werben und Menschen dafür zu begeistern, dort arbeiten zu wollen. Voraussetzung für den Erfolg sei zudem, dass Patienten das IGZ annehmen. Beate Bröcker sagte: „Ambulante Gesundheitszentren, in denen Patienten auch über Nacht betreut werden können, sind eine neue Versorgungsform. Sie können einen wichtigen Beitrag leisten, um bedarfsgerechte Patientenversorgung, Qualität und Wirtschaftlichkeit bestmöglich zu vereinbaren.“

Die einstige stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Anke Görtz freut sich, dass Eckpunkte des Konzeptes schon vor der Fertigstellung im August öffentlich gemacht werden. Das zeige auch Pessimisten, dass nicht nur geredet wird, sondern es Schritt für Schritt weitergeht. „Das ist so wichtig für die Bürger hier.“