Sandau l Beim Elberadeltag am Haus der Flüsse in Havelberg war auch der Förderverein der Sandauer Kirche mit einem Stand vertreten gewesen. Dabei kam, wie immer bei solchen Anlässen, auch die Spendenbox zum Einsatz. Diese stammte noch aus den Anfangsjahren und hatte die Form der damaligen Kirche mit ihrem im April 1945 zerschossenen Turm.

Ex-Bürgermeisterin Berta Meyer, seit kurzem auch als Kirchenführerin tätig, hatte die Idee, angesichts des sichtbaren Baufortschritts am Turm auch die Spendenbox zu aktualisieren. Mit dem Wunsch wandte sie sich an Gerd Pfeiler, welcher in der Elbestadt als Spezialist für Modellbauten bestens bekannt ist. Er war bereits für den Kirchenverein tätig gewesen und hatte eine Spendenbox in Glockenform gebaut – damals war Geld für die Sanierung der großen Glocke gesammelt worden.

Für die Stadt hatte Gerd Pfeiler zudem ein Rathausmodell geschaffen, damit wollte der Bürgermeister Geld für dessen nötige Sanierung sammeln. Doch kam die Kommune über den Verkauf von Flächen für die Deichrückverlegung zu Geld für ihren Eigenanteil.

Der stellvertretende Bürgermeister Silvio Wulfänger war vom Rathausmodell so angetan, dass er Gerd Pfeiler beauftragte, Modelle der Kirche und der Feuerwehr für seinen toll illuminierten vorweihnachtlichen Vorgarten zu bauen.

Der Bitte von Berta Meyer entsprechend machte sich der Sandauer ans Werk und suchte erst einmal ein Foto aus den 30er Jahren heraus, auf dem die noch unzerstörte komplette Kirche dargestellt ist. Denn zur Vollständigkeit fehlt dem Bauwerk noch immer der Dachreiter. Dieser durfte auf der neuen Spendenbox natürlich nicht fehlen. „Er ist zwar nicht original, aber originell“, verwies der Schöpfer schmunzelnd auf seine künstlerische Freiheit.

Das Sperrholzmodell war in einem halben Tag errichtet, etwas längere Zeit nahm die Bemalung in Anspruch. Denn jede Farbe musste extra trocknen, teils musste abgeklebt werden und für die Fenster fertigte er Schablonen an. Geld wollte Gerd Pfeiler für sein Werk nicht vom Verein, obwohl er kein Mitglied ist.

„Jetzt haben wir wieder eine ordentliche und aktuelle Sparbüchse“ freute sich auch Heidemarie Breit, welche seit Jahren die Kirchenführerdienste in der offenen und Radwegekirche organisiert und das Gros der Schichten selbst absichert. Die alte Box war in der Grundschule hergestellt worden, damals war noch Edwin Grams Schulleiter gewesen.

Diese Saison sei übrigens sehr gut angelaufen, berichtete Heidemarie Breit erfreut. Im April seien so viele Besucher wie noch nie gezählt worden. Im Schnitt kamen pro Tag um die 50 bis 60 Gäste, die Kirchenführer hatten gut zu tun. Auch die Spendenbereitschaft sei sehr gut gewesen. Mit dem Geld finanziert der Förderverein seinen Eigenanteil beim Wiederaufbau des Turmes.

Dabei sind die Kirchenführer in ihrem Aktionsradius derzeit noch immer eingeschränkt: Da im Kirchenschiff wegen der Dachsanierung ein riesiges Baugerüst steht, kann nur der Turm von den Besuchern besichtigt werden. Aber allein dort gibt es ja schon allerhand zu sehen.