Klötze l Leerstand verringern, attraktiven Wohnraum anbieten. Das sind die wesentlichen Ziele der Wohnungsbaugenossenschaft (WG) Klötze für die Zukunft. Wie Geschäftsführerin Heike Meise im Gespräch mit der Volksstimme informiert, sollen in diesem Jahr insgesamt 683 000 Euro investiert werden. Davon entfallen 360 000 Euro in das Instandhalten sowie das Herrichten von Wohnungen zur Neuvermietung. 2015 hatte die WG dafür einen ähnlichen Betrag, nämlich rund 365 000 Euro, locker gemacht, davon knapp 210 000 Euro für neue Türen und Fliesen, wie Heike Meise erinnert.

Außerdem ist geplant, für die Modernisierung 323 000 Euro auszugeben. Speziell geht es um den Anbau von 24 Balkonen am Hegefeld 18 bis 20. Sofern das Wetter mitspielt, sollen die Arbeiten im März beginnen und Ende Mai abgeschlossen werden, wie Heike Meise ausführt. Die Balkone sollen eine Größe von drei mal drei Metern haben und jenen von der Wobau an der Salzwedeler Straße ähneln. Außerdem sollen an verschiedenen Objekten außerhalb der Wasserfahrt (dort ist das schon geschehen), zum Beispiel am Hegefeld, am Zichtauer Weg, an der Straße der Freundschaft oder an der Friedensstraße, Wechselsprechanlagen installiert werden. „Größtenteils ist das schon passiert. Es geht nur noch um einzelne Anlagen“, erläutert die Geschäftsführerin.

Die Finanzierung der Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen soll aus Eigenmitteln der WG erfolgen, wie Heike Meise darlegt. Es müssen also keine Darlehen aufgenommen werden.

Kreis hat für Flüchtlinge vier Wohnungen

Nach Möglichkeit soll der Anbau der Balkone sukzessive auch an anderen Objekten der Genossenschaft realisiert werden, da damit nach Ansicht des Aufsichtsrates und des Vorstandes der Leerstand bekämpft werden könnte. „Wohnungsinteressenten fragen vermehrt nach Wohnraum mit Balkon“, weiß die Geschäftsführerin.

Die Wohnungsbaugenossenschaft Klötze bewirtschaftet derzeit 601 Wohnungen, allesamt in Klötze, nicht auch außerhalb, so wie das bei der Wobau der Fall ist. Die WG-Wohnungen sind durchschnittlich 60,3 Quadratmeter groß. Der Leerstand liegt aktuell - und analog zu 2014 - bei 20 Prozent. Einen vergleichbaren Leerstand haben auch die anderen Wohnungsbaugenossenschaften in der Altmark, wie Heike Meise schildert. Die Fluktuationsquote (Ein- und Auszüge) bei der WG Klötze liegt bei 9,2 Prozent. Die Mieter sind im Durchschnitt um die 55 Jahre alt. Hier, so sagt die Geschäftsführerin, spiegelt sich der allgemeine demografische Wandel wieder.

Ab April, darüber sind die Mieter bereits informiert worden, werden die Grundmieten bei der WG Klötze nach zehn Jahren Pause mal wieder erhöht. Um wie viel, das hängt von verschiedenen Faktoren, die von einem öffentlich bestellten und vereidigten Gutachter geprüft wurden, ab. Die Erhöhung kann je nach Wohnung unterschiedlich sein. Bisher, so berichtet die Geschäftsführerin, lag der Mietpreis zwischen 3,90 und 4,95 Euro pro Quadratmeter. „Wir müssen die Grundmiete erhöhen, um wirtschaftlich arbeiten und notwendige Instandhaltungsarbeiten durchführen zu können“, erklärt Heike Meise den Schritt.

Auch um die Unterbringung von Flüchtlingen macht die WG Klötze keinen Bogen. Mit dem Altmarkkreis Salzwedel, der - so will es die Satzung - Mitglied in der Genossenschaft werden musste, wurden vier Mietverträge abgeschlossen, wie die Geschäftsführerin sagt. Die Wohnungen befinden sich allesamt in der Wasserfahrt und dürfen entsprechend der getroffenen Vereinbarung nur von Familien mit Kindern und gegebenenfalls mit Großeltern bezogen werden. Bis dato sind die Wohnungen aber noch nicht belegt. Die anderen Mieter der betreffenden Blöcke wurden bei einer Versammlung über den möglichen Einzug der Flüchtlinge informiert. „Es gab sicherlich ängstliche und kritische Stimmen“, jedoch keine grundsätzliche Ablehnung, wie Heike Meise betont.