Schwiesau l Am Freitag, 8. September, 2017 ist es soweit. Dann wird im Salzwedeler Bahnhof das fünfte Wagen & Winnen-Kunstfestival eröffnet. Beginn ist um 19 Uhr. Am Sonnabend, 9., sowie am Sonntag, 10. September, geht das Festival, das dieses Mal unter dem Motto (L)ost paradise steht, weiter. Daran beteiligen sich 90 Künstlerinnen und Künstler in 22 verschiedenen Orten, so auch in Klötze, Kunrau und Schwiesau.

Zum ersten Mal nimmt Hilde Preetz aus Schwiesau an dem Festival teil. Ihr liegt es am Herzen, die kulturelle Vielfalt in der Altmark zu fördern und meint, dass solche Veranstaltungen eine Bereicherung für die Region sind. Eigentlich, so sagt die 77-Jährige, wollte sie schon bei der ersten Ausgabe von Wagen & Winnen dabei sein. Daraus wurde aber nichts.

Bis 2006 lebte Hilde Preetz mit ihrem Mann Günter in Leverkusen. Dort arbeitete sie als Medizinisch Technische Angestellte. Nach ihrem Umzug nach Schwiesau, der ursprünglichen Heimat ihres Gatten, machte sich das Paar vor allem durch den wunderschönen Garten, den sie regelmäßig für Besucher öffnen, einen Namen.

Erster Versuch missglückte

Bei Wagen & Winnen können interessierte Besucher nun ihr Kunsthandwerk bestaunen und erwerben. Davon gibt es eine ganze Menge, da die lebenslustige Rentnerin bereits vor 16 Jahren die Töpferei für sich entdeckte. „Das war purer Zufall“, erinnert sich die Schwiesauerin. „Ich bekam einen Klumpen Ton in die Hand und dachte, daraus etwas Schönes zaubern zu können.“ Zwar ging ihr erster Versuch, ein Eisbär, ein bisschen daneben, da schon vor dem Trocknen ein Bein abfiel, doch davon ließ sich Hilde Preetz ganz und gar nicht entmutigen. Zusammen mit ihrer Tochter, die weiterhin im Rheinland wohnt, besuchte sie einen Kurs, las in Büchern und von da an wurde es merklich besser. „Andere legen in dem Alter die Hände in den Schoß, aber ich wollte nochmal etwas Neues ausprobieren“, sagt Hilde Preetz.

Seither widmet sich die Schwiesauerin, die schon in jungen Jahren gerne bastelte und schneiderte, vor allem im Winter oder an regnerischen Sommertagen, ihrem Hobby. Und hat unzählige Ideen im Kopf, „die ich wohl nicht mehr alle verwirklichen kann. Dazu müsste ich 200 Jahre alt werden.“ Einen passenden Raum gibt es jedenfalls. So bekam Hilde Preetz, die zwei Kinder und sechs Enkel hat, von ihrem Mann in einem ehemaligen Kuhstall ein Atelier eingerichtet, indem sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen kann. Neuerdings beschäftigt sich die 77-Jährige mehr mit Abstraktem. Das hat zur Folge, dass die Keramiken vielleicht nicht auf den ersten Blick als das zu erkennen sind, was sie eigentlich darstellen sollen, „aber so ist das eben mit der Kunst“, weiß Hilde Preetz. „Vieles liegt im Auge des Betrachters.“