Kunrau l „Alle Jahre wieder...“, so könnte man meinen, sorgt das fallende Laub in den Ortsteilen der Einheitsgemeinde Klötze für Ärger. So auch am Dienstagabend während der Sitzung des Ortschaftsrates in Kunrau. In den kleinen Sitzungssaal waren auch einige Bewohner der Bahnhofstraße gekommen. Während der Einwohnerfragestunde machten sie ihrem Herzen Luft.

Ortsbürgermeister Uwe Bock erinnerte an die jahrelange Praxis mit der Laubent­sorgung in Kunrau. „Bisher gab es in den Ortschaften Flächen, die als Laubplätze genutzt wurden. Oft sind aber Dinge entsorgt worden, die dort nicht hingehören. Außerdem waren diese Flächen illegal.“ Zudem gebe es in der Einheitsgemeinde eine Straßenreinigungssatzung. Die besage, dass Eigentümer/Anwohner bis zur Mitte der Straße fegen und Schnee beseitigen müssen. Für das Laub seien Komposthaufen und die Biotonne zu nutzen, die 14-tägig für zwei Euro geleert werde. Bock sprach auch von einer kostenlosen Annahme des Laubs und Grünschnitts in Klötze. Und: „Wer körperlich nicht mehr kann, muss jemanden beauftragen und dafür bezahlen.“

Tor versperrt den Weg

Damit gaben sich die Frauen aus der Bahnhofstraße nicht zufrieden. „Leute, die bisher noch das Laub beseitigt haben, sind demotiviert“, resümierte Verena Bartels. „Die Biotonne reicht längst nicht aus.“ Auch Nadine Wiechmann befand: „Die Biotonne ist keine Lösung“. Eine solche forderten die Frauen aber und fragten, warum es keine Big Packs gibt.

Kunrau sei nicht verpflichtet, Laub und Grünschnitt anzunehmen, entgegnete Uwe Bock. Er habe ein Tor an der bisherigen Ablagefläche hinter der Sportanlage angebaut, ein Verbotsschild steht dort auch. Und was passiert? „Einige kippten ihre Gartenabfälle einfach davor“, bedauerte Bock. „Eine Lösung des Problems kann ich hier nicht versprechen.“

Was machen die Stadtarbeiter?

Ortschaftsrat Burkhard Hartmann sprach von „Bequemlichkeit der Stadt, Big Packs zur Verfügung zu stellen“. „In Kalbe, Bismark und Stendal funktioniert das auch. Es kann doch kein Akt sein, die vollen Säcke aufzuladen und abzufahren“, befand er. Ein Problem seien die braunen Tonnen. Denn der Kreis wolle noch ein bisschen Geld mitverdienen. Deshalb seien die Ablageflächen in den Dörfern fast über Nacht geschlossen worden. „Wo lassen eigentlich die Stadtarbeiter ihren Grünschnitt?“, fragte er. Ihm sei zu Ohren gekommen, dass sie den Grünabfall weiterhin auf den geschlossenen Flächen abladen. Die Frauen verlangten Big Packs. Uwe Bock blieb hart: „Die Tür bleibt zu!“