Maagdeburg l Michael Stöneberg steht in der Cracauer Siedlung und beschreibt die raue Fassade der Häuser, die farbigen Fensterrahmen und die kurvigen Straßen: „Die hätten hier keine Kurven machen müssen, aber Krayl hat das so entworfen.“ Carl Krayl war Architekt der Moderne, der vor allem zum Ende der 1920er Jahre seine Spuren in der Gestaltung von Magdeburger Gebäuden hinterlassen hat – auch in Cracau.

Spaziergang durch die Zeit

Für Michael Stöneberg, der selbst in dem Stadtteil wohnt, hat die Gestaltung und Bauweise der Siedlung einen besonderen Reiz. Dies ist auch ein Grund dafür, dass der Kurator für Zeitgeschichte vom Magdeburger Kulturhistorischen Museum für den heutigen Sonnabend und den 18. Juni eine besondere Führung durch Cracau initiiert hat. „Der Stadtteilspaziergang ist wie eine Reise durch die Zeit und wird in Alt-Cracau an der St.-Briccius-Kirche beginnen“, erklärt Stöneberg. „An den Gebäuden kann man die zeitlichen Entwicklungen erkennen – Flachdächer beispielsweise sind zu Zeiten der NSDAP verboten worden, genau wie Krayl dann nicht mehr als Architekt gewünscht war.“

Neben Interessantem zur Geschichte kündigt der Kunsthistoriker auch Informationen zur Lebenswelt an: „Stadtführerin Heike Bodemann-Schenk hat sich typische Rezepte besorgt und eine Wohnungbesichtigung gehört ebenso zum Spaziergang.“

Bilder

Sonderausstellung geplant

Die Führung „Große Pläne in Cracau. Ein Stadtteilspaziergang“ ist Teil des Vorprogrammes der Sonderausstellung „Bunte Stadt – Neues Bauen. Baukunst von Carl Krayl“, die am 26. Oktober im Kulturhistorischen Museum eröffnet wird. Die Ausstellung ist im Rahmen des Netzwerkprojektes „Große Pläne! Angewandte Moderne in Sachsen-Anhalt 1918-1933“ entstanden.

Infos zum Projekt: http://grosse-plaene.de/