Magdeburg l Schon als Kind hat Waldtraut Clawin mit ihrer Uroma gern gebacken. Was einst in der heimischen Küche mit traditionellem Gebäck wie Nusskranz, Plätzchen und Nougatknöpfen begann, ist inzwischen der Beruf der 20-Jährigen – wenn nicht sogar Berufung. Als Beste des Kammerbezirks Magdeburg hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen. Logisch, dass sie auch gleich übernommen wurde. Dabei war es eher ein Zufall, dass sie diesen Beruf ergriff.

Nachdem sie das Abitur abgebrochen hatte, war dieser Beruf der naheliegendste. „Als Kind habe ich immer gesagt, ich möchte Bäckerin werden“, erzählt sie. Nun ist sie ausgebildete Konditorin – und wenn es um die süßen Leckereien geht, kann ihr keiner so leicht was vormachen. Plätzchen sind ihr allerdings trotz aller Finessen, die die 20-Jährige inzwischen beherrscht, noch immer die allerliebsten.

Aus Leidenschaft wird Beruf

„Es ist schon eine Leidenschaft, die man haben muss“, sagt sie, und irgendwie habe sie die Freude am Backen auch immer schon in sich getragen, erzählt Waldtraut Clawin. Ihre Entscheidung für den Beruf hat sie nicht bereut: „Es war absolut richtig.“ Anhand von Leitfäden hat sie gelernt, wie man Pralinen, Skulpturen, Tortenschmuck kreiert – immer auch mit der Unterstützung ihrer Ausbilderin vom Café Köhler, die mit ihr alles übte, was Waldtraut Clawin wollte.

Und wenn der Beruf auch viel Tradition mit sich bringt, müsse man doch immer wieder kreativ sein und neue Wege gehen, sich auf Trends einlassen. Was Waldtraut Clawin rückblickend wundert ist, wieso einem niemand sagt, dass man es auch mit einem Handwerksberuf weit bringen könne.

Weiterbildung wichtig

Ein Meister sei gleichzusetzen mit einem Studium, erzählt sie. Das habe sie aber erst bei der Ehrungsveranstaltung erfahren, sagt sie. In ihrem Umfeld hätten die meisten das Abi gemacht und nun ein Studium begonnen. Die wenigsten hätten sich für eine Berufsausbildung im Handwerk entschieden. Wie ihr eigener Weg weitergehen wird, darüber ist Waldtraut Clawin noch etwas unschlüssig. Sie will sich auf jeden Fall weiterbilden, interessiert sich für die feine Kunst des Chocolatiers.

Zu Hause zu backen, darauf hätte die Wahl-Magdeburgerin prinzipiell schon noch Lust. Allerdings ist sie den Luxus einer großen Backstube inzwischen so sehr gewöhnt, dass sie ihre freie Zeit dann doch lieber mit Sport und ihrem Freund verbringt. Außerdem hat die aus dem Harz stammende junge Frau einen kleinen Hund, der viel Zeit in Anspruch nimmt und dem sie viel Aufmerksamkeit schenkt.