Magdeburg l Der Hasselbachplatz als Herz der südlichen Altstadt von Magdeburg soll einen Nachtmanager bekommen. Anlass sind Auseinandersetzungen bis hin zu Krawallen, die für Schlagzeilen sorgen, und Gastronomen, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Der Magdeburger Stadtrat hat das am  10. Dezember 2018 bei seiner diesjährigen Haushaltssitzung mit großer Mehrheit beschlossen. 35.000 Euro wurden für 2019 eingeplant.

35.000 statt 50.000 Euro

Der ursprüngliche Antrag stammt von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. In diesem war aber noch von 50.000 Euro die Rede. Dass das Budget zusammengestutzt wird, geht auf einen Änderungsantrag der SPD-Fraktion zurück. Deren Fraktionschef Jens Rösler erläutert: „Die Stelle würde frühestens ab Mai geschaffen, so dass dieser Betrag für das Jahr 2019 reichen sollte.“

Dieser Einschätzung folgen auch die Bündnisgrünen, deren Stadtrat Tom Assmann sagt: „Dieser Hinweis leuchtet durchaus ein. In den kommenden Jahren werden wir dann aber sicher höhere Beträge einplanen müssen.“ Das wiederum kann Jens Rösler nachvollziehen.

Aufgaben des Nachtmanagers noch unklar

Ein auffällig uneinheitliches Abstimmungsverhalten hatte an dem Abend die Fraktion CDU/ FDP/ BfM gezeigt. Fraktionsvorsitzender Wigbert Schwenke erläutert: „Grundsätzlich sind wir für einen Nachtmanager am Hasselbachplatz. Aber uns fehlt noch ein wenig das Konzept, was genau die Aufgaben sein sollen. Wir hätten den Vorschlag daher gern noch einmal im Ausschuss gesehen.“

Entsprechend dem beschlossenen Antrag soll das Geld möglichst aus dem Förderprogramm Soziale Stadt finanziert werden. Der Nachtmanager vom Hassel würde dann die Position eines Quartier- oder eines Geschäftsstraßenmanagers übernehmen. Dazu soll in Abstimmung mit den Gastronomen vor Ort ein Bewerbungsverfahren auf den Weg gebracht werden. Klar ist jedenfalls, dass es bei der Stelle nicht um einen Nachtwächter geht, sondern um einen Akteur, der die Kooperation der Beteiligten, die Außenwerbung und gemeinsame Veranstaltungen organisieren kann.

Image und Vernetzung sind Themen

Tom Assmann sieht es als erste Aufgabe für den Nachtmanager, am Image des Viertels zu arbeiten: „Der Hasselbachplatz hat inzwischen ein Außenbild, das nicht der Realität entspricht.“ Nach Möglichkeit sollte es in einem weiteren Schritt dann aber eher darum gehen, den öffentlichen Raum zu gestalten, neue Ideen zu entwickeln. Ausdrücklich könnten sich im Laufe der Zeit dabei auch die Schwerpunkte der Arbeit verändern, ist Tom Assmann überzeugt.

Und wie geht es jetzt weiter? Gefragt ist jetzt die Stadtverwaltung Magdeburg. Die ist dafür zuständig, Anträge auf Fördermittel zu stellen. Falls es keine Fördermittel gibt, müssen andere Wege gesucht werden, wie die Stelle finanziert werden kann. „Außerdem geht es natürlich darum, auf dem Hasselbachplatz jetzt alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen“, so Tom Assmann.

Gastronomen sollen sich im Verein organisiere

Wichtig sei dabei, sich nicht wie bisher auf einzelne zu konzentrieren. Wünschenswert wäre, so Jens Rösler, wenn die Wirte vom Hasselbachplatz sich zum Beispiel in einem Verein organisieren, der die Trägerschaft für das Projekt übernehmen könnte. Wigbert Schwenke hält es indes für sinnvoll, sich auch an den Ideen in anderen Städten zu bedienen: „In Mannheim sind beispielsweise ausdrücklich die Anwohner mit ins Boot geholt worden. Auch das sollte bedacht werden.“