Magdeburg l Die letzten neuen Brückenüberbauten für den Magdeburger Hauptbahnhof sind montiert. Vom 20. bis 22. Juni 2018 hat ein Kran die Fertigteile aus Spannbeton von Schwertransportern, welche über den für den Verkehr ansonsten gesperrten Damaschkeplatz auf die Baustelle gelangt waren, gehoben und auf die Lager gesetzt. Bei den Brücken handelt es sich um drei einzelne Bauwerke: Über eines läuft Gleis 1, über eines die Gleise 2 und 3 und über eines die Gleise 4 und 5. Die mehr als 100 Jahre alten Vorgängerbauwerke waren im Frühjahr abgerissen worden.

Nachdem die Fertigteile an Ort und Stelle sind, können jetzt die Bewehrungen aufgebracht werden. Auf diesen werden Platten betoniert und eine Abdichtung gefertigt. In der ersten Augusthälfte sollen die Arbeiten dazu abgeschlossen werden. „Danach geht es dann weiter mit den Arbeiten für die Gleisanlagen auf den Brücken“, berichtet Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost. Auf den neuen Bauwerken wird in diesem Zuge ein Schotterbett aufgebracht, die Gleise selbst werden verlegt, und weitere technische Anlagen zur Steuerung, für Signale und zur Stromversorgung müssen ihren Platz finden. Bereits vorbereitet werden u.a. die neuen Weichen.

Arbeiter bauen Treppenhäuser

Im Gange sind oberhalb der Ebene, auf der künftig Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahnen unterwegs sein werden, weitere Arbeiten. So wird derzeit auch an den beiden Treppenhäusern gebaut, die von den Gleisen 1 und 2 sowie 3 und 4 zur Ernst-Reuter-Allee mit der künftigen Straßenbahnhaltestelle Kölner Platz führen werden. Eine entsprechende Anlage ist bereits für den Bahnsteig der Gleise 7 bis 9 vorhanden – allerdings für die Fußgänger noch nicht freigegeben.

Fest im Blick haben die Bauarbeiter für die Bahnanlagen den 13. Mai 2019: Ab diesem Termin nämlich sollen auf den Gleisen 1 bis 5 des Magdeburger Hauptbahnhofs wieder die Züge rollen. Dann aber wird die Deutsche Bahn, die in den Bahnknoten Magdeburg rund 500 Millionen Euro investiert, mit ihren Vorhaben in der Landeshauptstadt längst noch nicht am Ende sein. Weitere Gleisanlagen im Umfeld müssen auf den neuesten Stand gebracht werden. Und beispielsweise stehen auch noch Arbeiten am Bahnhofsgebäude und im Fußgängertunnel aus.

Klinker für die Wände

Auch die Arbeiten an der künftigen Tunneldecke tragen zum geschäftigen Bild auf der Baustelle bei. Außerdem werden an der Auffahrt zum Bahngelände gegenüber dem Kölner Platz neue Stützwände gebaut. Unweit dieser Stelle wird auch an einem Trog gearbeitet, in dem später das Pumpwerk für den Tunnel untergebracht wird. Kurz vor der Fertigstellung stehen im Sommer 2018 die Arbeiten an den Seitenwänden des Tunnels. Im Bereich der Einfahrt in die Ebene für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbahnen vom Damaschkeplatz aus laufen weiterhin die Klinkerarbeiten.

Der Damaschkeplatz wird derweil weiterhin als Zwischenlager für den anfallenden Bauschutt und Boden genutzt. Bevor das Material fortgeschafft wird, werden standardmäßig Proben genommen und auf mögliche Verunreinigungen untersucht.

Trotz aller Aktivitäten: was den Tunnel für Autos und die Strecke für die Straßenbahn angeht, werden die ursprünglich versprochenen Termine nicht eingehalten. Bis zuletzt gab es zwischen Stadt und Auftragnehmer ungeklärte Fragen zu Zeitabläufen und Kosten.