Magdeburg l Im Juni 2017 hat der Magdeburger Stadtrat beschlossen, dass die denkmalgeschützte Hyparschale saniert werden soll. Auch ohne Investor und ohne konkrete Aussage, wozu das Gebäude künftig genutzt werden soll.

Seitdem ist es still geworden um das Projekt. Wie Michael Reif, Sprecher der Magdeburger Stadtverwaltung auf Nachfrage der Volksstimme berichtet, ist derzeit mit einem Start der eigentlichen Sanierungsarbeiten im kommenden Jahr zu rechnen. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für die Arbeiten. „Der Auftrag für das Statikerbüro, das die statische Berechnung und Begleitung übernimmt, ist bereits erfolgt“, berichtet Michael Reif.

Experten überprüfen Statik

Dieses Büro wird in Kürze weitere Teile des Gebäudes überprüfen. Noch im Oktober 2017 lässt die Stadt Magdeburg von den Statikexperten im Erdreich die Zugbänder, die eine wesentliche Funktion bei der Stabilisierung des gesamten Bauwerkes haben, überprüfen.

Außerdem geht noch in diesem Monat die Vergabe der Architekturleistungen in die entscheidende Phase. Dazu gab es eine europaweite Ausschreibung. „Wir gehen derzeit davon aus, dass Ende Oktober feststeht, welches Büro mit den Architekturleistungen beauftragt wird“, berichtet der Sprecher der Stadtverwaltung.

Sanierung mit Carbonfasern

Die Planungsarbeiten für das Tragwerk würden voraussichtlich im Dezember beginnen. Zur Sanierung der Träger und Stützen soll ein spezielles Verfahren der Technischen Universität Dresden zur Anwendung kommen, bei dem unter anderem Carbonfasern eingesetzt werden. Die einzelnen Sanierungsschritte benötigen aber jeweils separate Genehmigungen, weshalb man von einem Beginn der eigentlichen Arbeiten im Herbst 2018 ausgehen kann.

Bereits seit dem vergangenen Jahr verfügt die Hyparschale im Inneren über einen Stützenturm, der die Tragkon­struktion stabilisiert.

Magdeburg will Hyparschale selbst sanieren

Hintergrund für die jetzigen Arbeiten: Die Stadt Magdeburg möchte das Dach und die Hülle der Hyparschale selbst sanieren, da sich kein Investor für die von ihr vorgegebenen Bedingungen gefunden hatte. Genutzt werden soll für die Sanierung jenes Geld, das bereits in der Vergangenheit beiseitegestellt worden war. Es handelt sich um 1,7 Millionen Euro.

Lutz Trümper sagte während der Sitzung des Stadtrats im Juni: „Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, werden wir auch eine passende Nutzungsmöglichkeit finden.“ Dabei gelte aber nach wie vor, dass für die Stadt keine weiteren Instandhaltungskosten hinzukommen dürfen.

Kein Panoramagemälde in der Hyparschale

Als gegenstandslos bezeichnete inzwischen Magdeburgs Pressesprecher Michael Reif Hinweise darauf, dass in der Hyparschale ein großflächiges Panoramagemälde aufgebaut werden solle.

Die Hyparschale war 1969 nach den Plänen von Ulrich Müther errichtet worden. Sie ist in den 1990er Jahren außer Betrieb gegangen und steht seitdem leer. Inzwischen sind große Schäden zu beklagen, die vor allem durch eindringendes Wasser entstanden sind. Die benachbarten Messehallen wurden abgerissen. Das Umfeld der Hyparschale soll in den kommenden Jahren neu gestaltet werden.