Magdeburg l Kann der Magdeburger Dom heller angeleuchtet werden als bislang? Um diese Frage wird es in naher Zukunft noch einmal gehen. Denn die Fraktion Magdeburger Gartenpartei meldet sich mit einem entsprechenden Antrag im Stadtrat zu Wort. Der tagt am 24. Januar 2019 ab 14 Uhr im Rathaus.

Zur Begründung heißt es: „Der Magdeburger Dom ist das bedeutendste Wahrzeichen unserer schönen Landeshauptstadt.“ Seit einigen Jahren werde er allerdings von anderen Bauwerken der Stadt in der Dunkelheit überstrahlt. Das zu ändern ist das Ziel des Antrages.

Bedeutung des Doms im Dunkeln hervorheben

„Viele Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Magdeburg wünschen sich, dass die große Bedeutung des Magdeburger Domes auch in der Dunkelheit ersichtlich wird und der Dom ähnlich hell wie das Kloster Unser Lieben Frauen oder auch die Johanniskirche in nächtlichem Glanz erstrahlt“, sind die Unterzeichner des Antrages, Roland Zander, Marcel Guderjahn und Rainer Buller, überzeugt.

Domprediger Jörg Uhle-Wettler findet: „Was Ausstrahlung hat, kann auch angestrahlt werden.“ Wenn er über die Elbbrücken komme, sei das Kloster hell beleuchtet, und der Magdeburger Dom „steht immer etwas verschämt daneben“. Seiner Ansicht nach könne der Dom ruhig zu seiner Schönheit und Größe stehen. Aber auch Uhle-Wettler gibt zu bedenken: „Für das Beleuchtungskonzept gebe ich zu bedenken, dass wir keinen Disneydom haben.“

Keine farbige Beleuchtung erwünscht

Ab Mitternacht sollte die Beleuchtung generell abgeschaltet werden. In bunten Farben würde er das altehrwürdige Gebäude nicht anstrahlen. Er kenne aber Beispiele, wo zu bestimmten Tagen Schrift über die Kirchen läuft, „für solche Sachen bin ich offen“. An seinem vorherigen Schaffensort, in Bad Düben, habe er die Beleuchtung der Kirche untersagt. „Dort habe ich das Ziffernblatt der Uhr durchleuchten lassen, so dass das Licht aus der Kirche durch die Zeit in die Welt kam.“ Allerdings sei diese Kirche auch nicht fertig saniert gewesen.

Schon jetzt gibt es Übereinkünfte mit der Stadt Magdeburg, dass die Beleuchtung an 14  besonderen Terminen im Jahr abgestellt wird. Dazu zählen zum Beispiel der 16. Januar und das Domchorweihnachtssingen.

Dom ist und bleibt Gotteshaus

Auch Baudirektor Ralf Lindemann von der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, in deren Baulast sich der Magdeburger Dom befindet, steht einer hellen Beleuchtung aufgeschlossen gegenüber. Allerdings gibt auch er zu bedenken, dass es sich bei dem Gebäude um ein Gotteshaus handelt und dies bei der Beleuchtung berücksichtigt werden müsse. Um eine geeignete Variante zu finden, müssten sich Stadt, Denkmalpflege, Domgemeinde und Stiftung einmal zusammensetzen und die Beleuchtung gemeinsam abstimmen.

Ein Beispiel für eine hell erleuchtete Kirche in Magdeburg ist neben dem Kloster Unser Lieben Frauen auch die Johanniskirche. Allerdings werden beide nicht mehr als Kirchen im eigentlichen Sinn genutzt. In der Johanniskirche befindet sich eine Konzerthalle – und auch in der Kirche des Klosters befindet sich eine Konzerthalle.

Andere Kirchen mit Licht in Szene gesetzt

Dass aber auch reguläre Kirchen hell, aber geschmackvoll angeleuchtet werden können, zeigt zum Beispiel die Kathedrale St. Sebastian in unmittelbarer Nachbarschaft des Domes. Aber auch die Sankt Getraudenkirche am Buckauer Engpass wird mit Licht in Szene gesetzt. Die zuständigen Pfarrer waren für eine Stellungnahme am Dienstag nicht zu erreichen.

Und was ist aus touristischer Sicht zu sagen? Dazu teilt Sandra Yvonne Stieger als Chefin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH mit: „Derzeit wird der Dom nachts angestrahlt, jedoch verhältnismäßig schwach. Eine verbesserte Beleuchtung des Doms wäre aus touristischer Sicht wünschenswert, um eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Magdeburgs besser zur Geltung kommen zu lassen.“

Kosten für Beleuchtung bedenken

Jedoch müssten hierbei die Kosten bedacht werden, welche für Installation und Betrieb anfallen würden. „Gespräche über eine Verbesserung der Beleuchtungssituation mit allen Partnern wären daher in meinen Augen sinnvoll, um umsetzbare und finanzierbare Alternativen zu eruieren.“

Die Diskussion um die Beleuchtung des Magdeburger Domes ist übrigens nicht neu. Schon vor Jahren war darüber debattiert worden. Der damalige Domprediger Giselher Quast hatte der Beleuchtung des Domes aus geistlicher Sicht skeptisch gegenüber gestanden. Unter anderem hatte es auch eine Diskussion um Mikroben gegeben, die durch zusätzliches Licht gestört werden könnten.