Magdeburg l Freies Parken ab 17 Uhr – dies ist eine der Forderungen, mit der die IG Innenstadt in Magdeburg mehr Menschen zum Einkaufsbummel in die Altstadt locken möchte. Hintergrund für den Vorstoß ist die Initiative aus dem Stadtrat Magdeburg, sich regelmäßig über die Entwicklung der Innenstadt und des dortigen Handels berichten zu lassen.

Lob kommt in diesem Zusammenhang von Arno Frommhagen, Sprecher der IG Innenstadt, für bisherige Aktivitäten: „Magdeburg gibt – richtigerweise – sehr viel Geld für Stadtmarketing und Tourismuswerbung aus.“

Kostenfrei parken ab 17 Uhr in Magdeburg

Doch es komme eben darauf an, diesen Investitionen konkrete Maßnahmen vor Ort folgen zu lassen. Daher auch der Vorstoß der IG Innenstadt, das Parken ab 17 Uhr in der Altstadt von Magdeburg kostenfrei zu gestalten. Arno Frommhagen sagt: „Auch wenn das Geld kostet, aber wir befinden uns im Wettbewerb mit dem Elbe- und dem Bördepark, wo das den ganzen Tag geht.“

Derzeit werden die Akteure aus Handel, Gewerbe und Gastronomie in der Altstadt von der Angst vor einer verödeten Innenstadt umgetrieben. Die Rede ist von acht Geschäften in der Innenstadt, die bis zum Jahresende 2017 in der Innenstadt schließen dürften. Arno Frommhagen: „Diese Entwicklung bereitet uns große Sorge, denn es handelt sich fast ausschließlich um inhabergeführte Geschäfte. Sie aber sind das Salz in der Suppe jeder Stadt.“

Einkaufserlebnis gegen Internetkonkurrenz

Um die Menschen in die Stadt von Magdeburg zu locken, sind mehr als nur Angebote notwendig. „Einkaufen kann man überall und im Netz sogar rund um die Uhr. Es geht um das Einkaufserlebnis, das wir schaffen müssen“, so der Sprecher der IG Innenstadt.

Als Positivbeispiel nennt er die Stadt Wolfsburg, die entsprechend dem Kaufmannsspruch „Licht lockt Leute“ mit einer umfangreichen Lichtinstallation die Innenstadt erstrahlen lässt.

Beleuchtungskonzept für Magdeburg

Derzeit wird auch in Magdeburg an einem Beleuchtungskonzept für die Weihnachtszeit gearbeitet. Und das nicht nur für die Innenstadt, sondern auch für die Stadtteile, in denen der Einzelhandel unter den gleichen Problemen wie in der Innenstadt leidet.

Allerdings geht es nicht allein darum, dass die Stadt Magdeburg auf Einnahmen aus den Parkgebühren verzichten soll. Vielmehr sieht die IG Innenstadt auch andere Akteure in der Pflicht. So müssten sich die Händler einbringen.

Appell an Magdeburger Eigentümer

Aber auch die Eigentümer von Immobilien seien in der Pflicht. Sie sollten, so Arno Frommhagen, überlegen, ob die Einzelhändler die gewohnten Gewerbemieten noch erwirtschaften können: „Wer ein Interesse an der langfristigen Werthaltigkeit seiner Immobilie hat, sollte zu Kompromissen bereit sein.“

In ihrer Analyse verweist die IG Innenstadt auf umfangreiche Handelsflächen in Magdeburg. Laut Aengevelt liegt die Verkaufsfläche pro Einwohner bei 2,7 Quadratmetern. In Dresden sind es z. B. 1,7 Quadratmeter pro Einwohner, in Frankfurt am Main 1,6 sowie 1,4 in Berlin.