Magdeburg l Ob Umzug, Haushaltsauflösung oder einfach nur Entrümpelung – was entsorgt werden soll, wird ein Fall für die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebes. Zweimal pro Jahr steht es Bewohnern der Stadt zu, Sperrmüll kostenfrei abholen zu lassen.

Davon wurde in diesem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr auch wieder kräftig Gebrauch gemacht, wie vom Eigenbetrieb auf Nachfrage zu erfahren ist. Demnach liegt die Anzahl der angemeldeten „Abtransporte“ für Sperrmüll (die sogenannte haushaltsnahe Sperrmüllabholung) mit Stand Dezember bei insgesamt 23 505 und damit auf dem gleichen Niveau wie in den beiden Vorjahren. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt 23.301 und 2019 dann 23.283 Sperrmülltransporte. Der Anstieg in diesem Jahr ist minimal.

Insgesamt nicht mehr Sperrmüll

Die gesamte Sperrmüllmenge – haushaltsnahe Sperrmüllabholung, Wertstoffhöfe und Containerservice – blieb in den Jahren 2018 und 2019 in etwa konstant. Die Sperrmüllmenge 2020 liegt laut Eigenbetrieb leicht unterhalb dieses Wertes. „Dies bedeutet, dass sich die erfasste Sammelmenge insgesamt nicht durch das Corona-Jahr erhöht hat.“

Sicher haben viele Bürger die erste Corona-Welle genutzt, um Entrümpelungen im Haushalt vorzunehmen, unter anderem auch Sperrmüllentsorgungen, heißt es vom Eigenbetrieb: „Dies zeigt sich in einer erhöhten Menge an Sperrmüll, die im März bei der Sperrmüllabholung zu verzeichnen war. Im Juni lag die Menge ebenfalls höher.“ Zwar seien monatliche Schwankungen in diesem Jahr stärker ausgeprägt, aber letztlich sei die Gesamtmenge an Sperrmüllabfällen nicht höher als in den Vorjahren.

Während der ersten Corona-Welle mit dem Frühjahr-Lockdown war die haushaltsnahe Sperrmüllsammlung durch den Abfallwirtschaftsbetrieb im April eingeschränkt. Die Annahme von Abfällen war zwischenzeitlich nur auf dem Wertstoffhof Hängelsberge möglich. Die Bürger hätten versucht, auf dem Ottersleber Wertstoffhof die verschiedensten Abfälle und zusätzlich Sperrmüll anzuliefern. Somit sei es auch im Umfeld des Standorts „zu diesem Zeitpunkt zu vereinzelten illegalen Abfallablagerungen unterschiedlichster Abfallarten“ gekommen. Bis September 2020 wurden 419 illegale Entsorgungen registriert, im Vorjahr waren es insgesamt 694.

Coronabedingter Personalausfall

Bei der Sperrmüllabholung kam es im April und Mai zu einem coronabedingten Personalausfall. Mitarbeiter wurden eingesetzt, um die reguläre Abfallentsorgung abzusichern. Während des Teil-Lockdowns blieben alle kommunalen Entsorgungswege für Sperrmüll für die Magdeburger unverändert.

Die Personalkapazität war so geplant, dass die Wertstoffhöfe alle geöffnet waren und die Sperrmüllabfuhr regulär tätig war. „Auswirkungen des harten Lockdowns und eventuelle Personalausfälle im Abfallwirtschaftsbetrieb beziehungsweise beauftragter Verwerter sind nicht vorhersehbar“, heißt es weiter.

In welchem Stadtteil die meisten Entsorgungen aufgelaufen sind, kann nicht mitgeteilt werden: Darüber wird keine Statistik geführt.