Naturwunder

Frischwasser für Blauen See im Harz

Für viele Harz-Besucher gilt er als Geheimtipp. Doch zuletzt herrschte oft Ebbe im Blauen See.

Hüttenrode l Fast bis an die Kante des Tagebau-Restlochs steht das Wasser. „Das soll dieses Jahr möglichst lange so bleiben“, sagt Tilo Schwarz und lässt den Blick über den Blauen See schweifen, auf dem noch Eisschollen treiben. Dafür hat der Heimburger einen ehrgeizigen Plan entwickelt: Den im Peersgrund Richtung Rübeland entspringenden Bach über Rohre zum Naturwunder leiten, damit dieses dauerhaft frisches Nass erhält.
„Ich konnte den Zustand des Sees, den ich seit Ausflügen zu DDR-Zeiten kenne, nicht mehr mitansehen“, sagt der 66-Jährige. Das künstliche Gewässer, durch Karstquellen gespeist, sei in den vergangenen Jahren immer zeitiger trockengefallen. „Zunächst habe ich in der Corona-Pandemie begonnen, den Müll rund um die Grube einzusammeln“, erläutert Schwarz. Allein in der vergangenen Woche habe er drei große Plastiksäcke mit Hinterlassenschaften von Besuchern an den Ufern gefüllt und abtransportiert.
Der nun hohe Wasserstand sei reichlichen Schneefällen im Winter zu verdanken – und einer Leitung, die Schwarz von der Hochebene über dem Nordostufer über die steile Böschung bis in den See gelegt hat: „Das sind ein paar alte Feuerwehr-Schläuche, quasi als Erste-Hilfe-Aktion.“