Magdeburg l Magdeburgs Jägerschaft ist dem Schwarzwild bei einer zweiten revierübergreifenden Jagd auf die Schwarte gerückt. Rund 60 Jäger und 30 Helfer waren bei der gemeinsamen Drückjagd Ende Januar 2019 beteiligt. Das Jagdrevier umfasste wiederum den Bereich Berliner Chaussee bis zum Zuwachs inklusive Biederitzer Busch und Herrenkrug.

Auf circa 2000 Hektar Fläche brachten die Jäger diesmal 34 Wildschweine, 12 Rehe und 4 Füchse zur Strecke. Das erklärte Magdeburgs Kreisjägermeister Gerd Petzoldt auf Volksstimme-Nachfrage. Bei der vorangegangenen gemeinsamen Drückjagd im Dezember war es noch mehr Großwild gewesen, das den Jägern vor die Flinte kam. In der Summe seien es wie im Vorjahr hohe Abschusszahlen, stellt Petzoldt fest. Auch die Ergebnisse von zwei Jagden in der Kreuzhorst in diesem Winter fließen in die Bilanz mit ein.

Viel Schwarzwild in Magdeburg

So konnten die Jäger bei den Gesellschaftsjagden allein in diesem Winter am Ende insgesamt 115 Wildschweine, 70 Rehe und mindestens eine zweistellige Zahl an Füchsen erlegen. Mit diesem Ergebnis könne man sehr zufrieden sein, sagt Gerd Petzoldt. Die hohe Zahl der zur Strecke gebrachten Tiere zeige aber auch, dass „wir nach wie vor einen sehr hohen Bestand an Schwarzwild auch im Stadtgebiet haben".

Verwundern darf das kaum. Die letzten Winter waren einfach zu mild, das Nahrungsangebot zugleich recht hoch. Aufgrund der fehlenden Kälte gab es weniger natürliche Auslese, als das in normal kalten Wintern der Fall ist. Bei nassen, schnee- und frostreichen Wintern findet diese natürliche Auslese statt. So aber kommen auch immer geschwächte Jungtiere durch, was den Bestand spürbar nach oben treibt.

Erste Frischlinge schon unterwegs

Momentan seien auch schon erste Frischlinge mit den Bachen unterwegs, haben Petzoldt und seine Jagdkollegen beobachtet. Stadtweit sind derzeit 421 Jäger registriert. Es werde sich zeigen, was dieser Winter noch zu bieten habe und wie viel vom Wildschweinnachwuchs dieses Mal überlebe, sagt der oberste Jäger.

In der jetzt angelaufenen Schonzeit mit entsprechendem Jagdverbot ist das Schwarzwild zwar außen vor, doch die Nachwuchs führenden Bachen dürfen ebenfalls nicht bejagt werden. Gerd Petzoldt geht unterdessen davon aus, dass der Bestand an Schwarzwild weiterhin „sehr hoch sein wird“. Für die Jägerschaft ist damit klar, dass ein anhaltend hoher Jagddruck nötig sein wird, um die Population einigermaßen im Zaum zu halten und damit auch die vom Wild angerichteten Schäden zu begrenzen.

Viele Füchse und Waschbären

Hier sorgen längst nicht nur die Wildschweine mit dem Umgraben der Böden in Gärten für Verdruss. Auch kleinere Räuber bereiten größere Probleme. In Magdeburg gebe es nach wie vor einen hohen Bestand an Füchsen und auch Waschbären, die es nicht nur auf Nahrungsreste von Komposthaufen, sondern gern auch auf Hühner, Fische und Vogelgelege abgesehen haben.

Aus der Bevölkerung erreichen Petzoldt dazu aktuell immer wieder Meldungen. Auch die städtische Arbeitsgruppe Wildtiere werde regelmäßig kontaktiert. „Tiefe Löcher in Gärten weisen zum Beispiel auf Füchse hin, die gerade nach einem Wurfbau suchen“, erklärt Gerd Petzoldt.

Raubwild steht im Fokus

Nach den gemeinsamen Drückjagden auf Großwild und während der laufenden Schonzeit werden sich die Jäger deshalb jetzt stärker auf das Raubwild konzentrieren, erklärt er. Über Schwerpunkte, die zu bejagen seien, stimmen sich die Jäger dabei auch regelmäßig mit der AG Wildtiere ab.

Mit Interesse und einer „gewissen Besorgnis“ verfolgen Petzoldt und die anderen Jäger zudem das Auftauchen des Wolfes in Magdeburg. Nach dem kürzlichen Videobeweis aus Buckau gibt es daran nun keinerlei Zweifel mehr. „Aber ansonsten ist das für uns Jäger im Moment kein Thema“, betont der Kreisjägermeister. Der Wolf genießt einen besonderen Schutzstatus und darf nicht bejagt werden.