Chronologie

4.10.: Eine 24-Jährige wird nach einer Feier auf einem Friedhof an der Lübecker Straße vergewaltigt.

21.10.: An der Lübecker Straße/Ecke Insleber Straße wird eine 20-Jährige bedroht und sexuell belästigt.25.10.: Eine 19-Jährige wird am Lorenzweg bedrängt.30.10.: Am Uniplatz wird eine 19-Jährige sexuell bedrängt. Eine Zeugin beobachtet die Tat, alarmiert die Polizei.Tatverdächtig ist ein 30-Jähriger.

Magdeburg I Der Fall einer Vergewaltigung am Neustädter Friedhof am 4. Oktober ist offenbar aufgeklärt. Ein bereits in Haft sitzender 30-jähriger Afghane soll mit einem 19-jährigen Landsmann eine Frau an der Lübecker Straße missbraucht haben. Gegen den zweiten mutmaßlichen Täter ist am Donnerstag in Magdeburg wegen gemeinschaftlich begangener Vergewaltigung Haftbefehl erlassen worden.

Sein Komplize sitzt bereits seit 30. Oktober wegen drei weiterer Übergriffe an Frauen in Untersuchungshaft. Er war bei einem Überfall auf eine 19-jährige Studentin am Uniplatz gefasst worden. DNA-Spuren hatten zu den Männern geführt.

Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten hob die „akribische Ermittlungsarbeit der Polizei" hervor. Baumgarten: „Spuren und ein DNA-Abgleich haben letztendlich dazu geführt, dass wir den Haftantrag so stellen konnten."

Der Fall wird wahrscheinlich vor dem Magdeburger Landgericht verhandelt. Es droht beiden Männern eine hohe Haftstrafe. Der 30-Jährige muss mit einem Strafrahmen zwischen zwei und 15 Jahren Freiheitsentzug rechnen. Bei seinem jüngeren Komplizen entscheidet das Gericht, ob ebenfalls das Erwachsenen-Strafrecht oder noch das Jugendstrafrecht angewendet wird. Bei Letzterem droht eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Eine Mindestforderung sieht das Gesetz  nicht vor.

Die Serie hatte in Magdeburg für Aufregung gesorgt. Nach dem bekannt geworden war, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Asylbewerber handelt, hatten Rechtsextreme im Netz gezielt Gerüchte über angebliche Massenvergewaltigungen in Magdeburg gestreut.