Magdeburg l In der Nacht zu Sonnabend hat die Polizei in Magdeburg einen 27-jährigen Mann wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen vorläufig festgenommen. Der Mann aus Eritrea, ein Asylbewerber mit Duldungsstatus, befindet sich derzeit noch in Polizeigewahrsam.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der 27-Jährige zunächst gegen 21.55 Uhr in der Otto-von-Guericke-Straße grundlos von hinten mit der Faust gegen den Kopf eines 47-Jährigen geschlagen haben. Anschließend soll er den Geschädigten mit einer Bierflasche ins Gesicht geschlagen haben, wobei diese zerbrach. Mit der abgebrochenen Flasche hätte er danach versucht, auf den 47-Jährigen einzustechen, was durch einen Begleiter des Eritreers verhindert wurde. Der Geschädigte musste später aufgrund seiner Verletzungen ambulant in der Uniklinik Magdeburg behandelt werden, teilte die Polizei Sonnabendmittag mit.

Nach erster Tat auf freien Fuß

Die Polizei fahndete mit Erfolg nach dem Täter. Nach der Feststellung der Identität sowie einem Atemalkohol- und Drogenschnelltest (beides positiv) wurde der Mann vorerst nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen, so die Polizei

Allerdings griff der 27-Jährige kurze Zeit später erneut Menschen an. Gegen 2.24 Uhr soll der Tatverdächtige wiederum grundlos angefangen haben, im Breiten Weg auf eine fünfköpfige Personengruppe mit einer Bierflasche einzuschlagen, teilte die Polizei weiter mit. Dabei wurde ein 32-Jähriger am rechten Arm verletzt. Danach soll der mutmaßliche Täter mit der zerbrochenen Bierflasche versucht haben, einen 31-Jährigen zu verletzten. Das Opfer konnte jedoch ausweichen.

Die Polizei stellte den 27-Jährigen sowie seinen 16-jährigen Begleiter in Tatortnähe. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der 27-Jährige schließlich vorläufig festgenommen und befindet sich derzeit noch im Polizeigewahrsam. Gegen ihn wird jetzt wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen sowie versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Bereits im März Schlägerei am Hassel

Nach Volksstimme-Informationen ist der 27-Jährige bei der Polizei kein Unbekannter. Er soll bereits im März 2019 nach einer Schlägerei auf dem Hasselbachplatz als Geschädigter in Erscheinung getreten sein und ist nach Aussage von Polizeisprecher Frank Küssner auch schon wegen anderer Betäubungsmittel- und Körperverletzungs-Delikte auffällig geworden.

Erst kurz vor Ostern hatte es eine Prügel-Attacke in einer Magdeburger Straßenbahn gegeben. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) musste im Nachgang schwere Versäumnisse der Polizei einräumen.