Öffentliches WC

Lösung für Toiletten-Problem am Pechauer Platz in Magdeburg gefunden

Schluss mit dem Ärger über Wildpinkeln: Ab sofort gibt es am Pechauer Platz im Osten von Magdeburg eine öffentlich nutzbare Toilette.

Von Konstantin Kraft
Schilder weisen auf die  Nutzbarkeit der Toilette hin.
Schilder weisen auf die Nutzbarkeit der Toilette hin. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg - Für das Problem einer fehlenden öffentlichen Toilette auf dem Pechauer Platz konnte eine Lösung gefunden werden. Wenn auch vorerst noch auf Probe. Im Rahmen der Öffnungszeiten von Fredys Eck, dem beliebten Biergarten und Bistro am Platz, stehen die dortigen Toiletten fortan auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Im Gegenzug erhält die Gastronomin von der Verwaltung eine Entschädigung für die Unkosten. Vor wenigen Tagen sind bereits Schilder aufgehängt worden, die auf die öffentlich nutzbare Toilette in der örtlichen Gastronomie hinweisen. Jeweils von Dienstag bis Sonntag, in der Zeit zwischen 9 und 21 Uhr, kann die Toilette von jedermann genutzt werden. Am Montag ist Ruhetag.

„Ich bin zufrieden mit dieser Lösung“, sagt Gastronomin Beate Waskow. Allen Beteiligten wäre damit erst einmal geholfen. Der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb war zuletzt auf sie zugekommen. Bei einem guten Gespräch konnte die jetzige Lösung abgestimmt werden. Zunächst soll das Konzept für ein halbes Jahr erprobt werden. Die ersten Tage der öffentlichen Nutzung hätten keine Komplikationen gebracht.

Pilotprojekt mit Trockentoilette

Zuvor war der Mangel einer öffentlichen Toilette am Pechauer Platz mehrmals beklagt worden. Der dortige Spielplatz wird rege genutzt. Die Straßenbahnlinie 4 hat hier ihren Start- und Endpunkt. Viel Leben rund um den Platz, aber kein öffentliches WC. Von Anwohnern kam öfter die Klage über Nutzer, die ihre Notdurft mangels Alternativen in einem der umliegenden Büsche verrichteten. Gemeinsam mit der Gastronomin hat sich daraufhin die GWA Ostelbien für eine zeitnahe Lösung des Toiletten-Problems eingesetzt, die Volksstimme berichtete.

Die SPD-Ratsfraktion griff das Thema auf und stellte eine Anfrage an die Verwaltung. Deren Antwort fiel zunächst eher konservativ aus. Das Konzept der „Netten Toilette“, wonach Gastronomen ihre Toilette gegen eine Aufwandsentschädigung zur öffentlichen Nutzung freigeben können, stieß auf Vorbehalte, weil sich die Stadt dort erst per Lizenzgebühr einkaufen müsste. Die Lösung, die jetzt gefunden worden ist, ähnelt aber dann doch der „Netten Toilette“, ohne auf das entsprechende Marketing zurückzugreifen. Der Vorteil: Die Stadt muss vorerst keine kostspielige WC-Anlage auf dem Pechauer Platz bauen und betreiben.

Gleichwohl stellte die Stadtverwaltung zuletzt ein Pilotprojekt mit einer Trockentoilette für den Platz in Aussicht, das 2022 zur Umsetzung kommen soll. Für Anschaffung und Bau müsste mit circa 40 000 Euro gerechnet werden, zuzüglich der Service- und Wartungskosten.