Digitalpakt

Magdeburger Grundschule bekommt moderne Tafeln

Die Grundschule Rothensee bekommt digitale Anzeigegeräte als Ersatz für die klassische Kreidetafel. Magdeburger Unternehmen haben für die Anschaffung 18.000 Euro bereitgestellt.

Von Stefan Harter
Eine Tafel in der Grundschule Rothensee in Magdeburg. In den Sommerferien wird sie gegen eine digitale Variante ausgetauscht.
Eine Tafel in der Grundschule Rothensee in Magdeburg. In den Sommerferien wird sie gegen eine digitale Variante ausgetauscht. Foto: Stefan Harter

Magdeburg - „Der letzte Sommer“ heißt der Song, den die Schulband extra zum Abschied von der Rothenseer Grundschule geschrieben hat. Es wird auch der letzte Sommer sein, in dem die Lehrer der Schule mit einem Stück Kreide an der Tafel standen. Denn in den Sommerferien sollen alle acht Klassenräume digitale Anzeigegeräte statt der klassischen Kreidetafel bekommen. Auf 86 Zoll (gut 220 Zentimeter) Bildschirmdiagonale sollen dann künftig die Unterrichtsinhalte mit allen technischen Finessen vermittelt werden.

Möglich wird der Einbau der Geräte durch die finanzielle Unterstützung von sieben lokalen Unternehmen, die im Rothenseer Industrie- und Gewerbegebiet ansässig sind. Dazu zählen die Firmen Rasch, Stork, Strehlow, Schottstädt, Hasslacher, die Hafen GmbH und das Müllheizkraftwerk.

Nachbarschaftshilfe

Dessen Geschäftsführer Rolf Oesterhoff fungiert als Sprecher der „Finanzierungsgruppe“ und erklärte am Montag bei der symbolischen Übergabe der Spendensumme von 18000 Euro: „Als gute Nachbarn helfen wir natürlich, wo es geht.“ Die Digitalisierung sei auch für sie als Unternehmen manchmal schwierig und es sei heute wichtig, damit schon groß zu werden.

Treibende Kraft hinter der Großspende für die Rothenseer Grundschüler waren Schulleiter Klaus Müller und Wolfgang Ortlepp von der IG Rothenseer Bürger. Müller hatte über den Bundesdigitalpakt bei der Stadt Gelder für seine Schule beantragt und auch bewilligt bekommen. Diese hätten aber nur für vier Digital-Tafeln gereicht. Also hatte er sich an Ortlepp gewandt, der seine guten Beziehungen zur Rothenseer Wirtschaft hatte spielen lassen. Dank deren Gemeinschaftsspende können jetzt in allen acht Klassenräumen solche Geräte für den Unterricht genutzt werden. „Die Kreide ist dann Vergangenheit“, sagte Klaus Müller.

Vorreiter in Magdeburg

Laut Wolfgang Ortlepp war es ein längerer Prozess, der sich aber gelohnt hat. „Wir haben sogar im Bildungsausschuss vorgesprochen, damit wir das machen können“, berichtete er. Die restlichen Schulen der Stadt würden wohl erst in den kommenden beiden Jahren mit den digitalen Anzeigegeräten ausgestattet werden können.

Dass die Digitalisierung der Magdeburger Schulen leider nicht von heute auf morgen geht, verdeutlichte Daniela Küllertz. Sie ist seit Februar Projektmanagerin im Fachbereich Schule und Sport der Stadtverwaltung für genau diese Aufgabe. „Mein Kollege Michael Berger hat für 55 Magdeburger Schulen die Anträge für Mittel aus dem Digitalpakt gestellt“, sagt sie. Andere Kommunen hätten das nicht geschafft.

Zusätzliches Personal

Der Digitalpakt besteht aus mehreren Paketen. Im ersten Paket gehe es zunächst um die notwendige technische Infrastruktur. Die Stadt selbst will auch aufrüsten, vor allem was das Personal angeht. So sollen zwei Medienpädagogen die Schulen bei der Digitalisierung beraten. Außerdem sollen zusätzliche IT-Administratoren für die Schulen angestellt werden, berichtete sie bei der Spendenübergabe.