1. Startseite
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Magdeburg
  6. >
  7. Wissenschaft zum Anfassen: Magdeburger Hochschule schickt Umweltlabor auf Rädern durch die Region

Wissenschaft zum Anfassen Magdeburger Hochschule schickt Umweltlabor auf Rädern durch die Region

Über Verschmutzung von Natur wird immer wieder informiert, trotzdem scheinen diese wictigen Fakten viele Menschen nicht zu ereichen. Das soll sich mit einem Projekt der Hochschule Magdeburg-Stendal ändern.

Von Laura Naujoks 01.02.2026, 10:45
Der KI-generierte Entwurf zeigt, wie das IGEL-Mobil aussehen könnte.
Der KI-generierte Entwurf zeigt, wie das IGEL-Mobil aussehen könnte. Foto: Stefanie Gendera

Magdeburg. - Ab Sommer 2026 rollt ein mobiles Umweltlabor durch die Region. Das ist der Grund.

Mit dem „IGEL-Mobil“ will die Hochschule Magdeburg-Stendal Umweltbildung direkt zu den Bürgern bringen. „Wir haben schon seit vielen Jahren eine Kinder- und Jugendakademie zum Thema Umweltbildung. Vor zwei Jahren kam dann die Idee auf, das Ganze kompakt und mobil zu gestalten“, erzählt Gilian Gerke, Professorin für Recycling und Abfallwirtschaft an der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Auch interessant: EU-Geld für Spitzenforschung Uni Magdeburg erhält fast 11 Millionen Euro für Forschung an „grüner“ Chemie

Daraus entstand schließlich das „IGEL-Mobil“. Das stachelige Tier ist als bedrohte Art der Namensgeber: IGEL steht für „Interactive Green Environmental Learning“, zu Deutsch ein interaktives mobiles Lernsystem für Umweltbildung.

Mobiler Experimentierraum

Im Mittelpunkt des Projekts ist ein autark ausgestattetes mobiles Lehrlabor mit verschiedenen Versuchsstationen zu Themen der Recycling- und Kreislaufwirtschaft. In einem ersten Schritt dient das IGEL-Mobil Studierenden als Lern- und Experimentierraum. Neben einer klassischen Klausur absolvieren sie einen Großteil ihrer Prüfungsleistung im Rahmen des Projekts. Dafür bilden sie Arbeitsgruppen zu Themen wie Abfall im Meer, Abfallsortierung, Rohstoffe oder anderen Abfall-Sortierverfahren.

Auch interessant: Magdeburger Nachhaltigkeitsexpertin klärt auf Ein Monat Autofasten: So viel CO2 spart man wirklich, wenn man zu Fuß geht

„Die Studierenden sollen sich fragen: Wie sieht mein Konzept aus? Wie vermittle ich Inhalte an welche Zielgruppe? Bei welchem Event? Welche physikalischen, chemischen und biologischen Hintergründe spielen eine Rolle – und wie schließe ich den Kreis zur Kreislaufwirtschaft? Genau das ist Gegenstand der Prüfung“, erklärt Projektkoordinatorin Stefanie Gendera.

Mit dem von der „Stiftung Innovation in der Hochschullehre“ geförderten Projekt stärkt die Hochschule hybride und projektorientierte Lernformate. In einem zweiten Schritt sollen sich die Studierenden dann selbstständig und praxisnah mit Fragestellungen des Recycling-, Entsorgungs- und Abfallmanagements auseinandersetzen lernen, diese in einen gesellschaftlichen Kontext einzuordnen.

Lesen Sie auch: Ehrung für Klimaschützer gestrichen Warum setzt Magdeburg seinen Umweltpreis aus?

Ein besonderer Fokus liegt auf der Wissensvermittlung. „Wie bringen die Studierenden ihr erlerntes Wissen anderen Zielgruppen näher? Das können Kinder oder auch Senioren sein – Menschen also, die bislang vielleicht wenig Berührung mit dem Thema hatten“, betont Stefanie Gendera. Denn nur wer komplexe Inhalte verständlich erklären könne, habe sie auch wirklich durchdrungen.

Praxistest ab Sommer

Bei Vor-Ort-Einsätzen des IGEL-Mobils betreuen die Studierenden Interessierte und leiten sie selbstständig an. Auf diese Weise stärken sie ihre sozialen Kompetenzen und sammeln Erfahrungen in der Wissenschaftskommunikation. Derzeit präsentieren die Studierenden zunächst ihre Konzepte. Ab Sommer werden diese dann praktisch erprobt, unter anderem beim Tomorrow-Labs-Festival im Wissenschaftshafen in Magdeburg am 6. Juni sowie bei der Tour de Börde in Schackensleben am 20. Juni.

Das IGEL-Mobil ist Teil eines wachsenden Netzwerks regionaler Partner. Ziel ist es, Bildung für nachhaltige Entwicklung auch außerhalb der Hochschule – insbesondere im ländlichen Raum – erlebbar zu machen.

Interessierte Einrichtungen, die eigene Inhalte einbringen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen möchten, können Kontakt per E-Mail unter gilian.gerke@h2.de aufnehmen. „Das IGEL-Mobil kommt gern vorbei“, so Gilian Gerke.