Magdeburg l Und jetzt ging es dann doch sehr schnell: Nachdem über Monate darüber diskutiert worden war, ob die Verbindungstreppe zwischen dem Fußgängertunnel im Magdeburger Hauptbahnhof und der Halle im Empfangsgebäude eine Rinne für Fahrräder bekommt, war der Bau einer entsprechenden Anlage für den Herbst angekündigt worden. Mit Hilfe der Rinne soll es nun möglich sein, das Fahrrad neben der Treppe hinauf oder hinunter zu schieben.

Nachdem bis zum Mittwochmittag noch nichts von den bevorstehenden Arbeiten zu erkennen war, setzten die vier Mitarbeiter der Atec-UG aus Ingolstadt am Nachmittag die Steine auf der in Richtung Innenstadt rechten Seite der Treppe. Bereits am Donnerstag dieser Woche soll die Hilfe für Radfahrer freigegeben sein.

Fahrrad leicht neigen

Es handelt sich um eine Reihe von Steinen, wie sie auch von anderen Aufgängen in Bahnhöfen bekannt ist. Um sie zu nutzen, müssen die Radfahrer ihr Fahrzeug leicht neigen. Grund dafür ist, dass die Ergänzung zur Treppe unterhalb des Geländers angebracht wurde.

Auf einer Treppe geht es in erster Linie um die Belange der Fußgänger. Und das bedeutet, dass auch Menschen mit einer Geh- oder einer Sehbehinderung weiter gefahrlos die Strecke nutzen können müssen. Diese Aspekte und auch Fragen des Brandschutzes mussten von der Deutschen Bahn bei den Planungen beachtet werden. Im Fall eines Feuers muss der Tunnel schließlich so schnell wie möglich geräumt werden können.

Diejenigen Radfahrer, die die Radrinne nicht nutzen möchten, können nach wie vor den Aufzug zwischen Fußgängertunnel und Empfangshalle verwenden. Dabei müssen sie aber wie in der Vergangenheit mit Wartezeiten rechnen. Zweite Alternative zur Nutzung der Fahrradrinne ist wie bisher, das Fahrrad kurzerhand die Treppe hinauf oder hinunter zu tragen.

Offiziell Umfahrung empfohlen

Bereits in der Vergangenheit hatte die Deutsche Bahn gegenüber der Volksstimme indes darauf verwiesen, dass die Rinne im Wesentlichen dazu dient, den Weg für Fahrgäste der Bahn, die ihr Fahrrad mitnehmen, zu erleichtern. Erst an zweiter Stelle stehen jene Passanten, die den Fußgängertunnel nur als Umleitungsstrecke zwischen dem Willy-Brandt-Platz auf der Altstadtseite und dem Konrad-Adenauer-Platz mit dem Zentralen Omnibusbahnhof auf der Stadtfeld-Seite nutzen. Auch im kommenden Jahr dürfte ihre Zahl groß sein, denn auch im kompletten Jahr 2018 soll im Bereich der Ernst-Reuter-Allee für alle Verkehrsteilnehmer kein Vorbeikommen sein. Dennoch gilt für Radfahrer als offizielle Empfehlung zur Umfahrung der Baustelle die Fahrt durchs Glacis und über den Hasselbachplatz im Süden oder die Walther-Rathenau-Straße im Norden.

Immerhin war die ursprünglich geplante Sperrung des Fußgängertunnels für Radfahrer nach der Vollsperrung an der Ernst-Reuter-Allee nach einigen Wochen wieder vom Tisch. Grund: Eine Zählung hatte ergeben, dass die Zahl der Passanten im Tunnel trotz des verstärkten Durchgangsverkehrs nicht über die zulässigen Werte gestiegen war. Das wird sich voraussichtlich auch nach Montage der Fahrradrinne nicht ändern.