Magdeburg l Seit gut einem Monat fahren die Straßenbahnen wieder über die Olvenstedter Straße direkt in die Innenstadt. Dafür bleiben die Gleise auf der Großen Diesdorfer Straße leer, weil die Magdeburger Verkehrsbetriebe im Adelheidring bauen. Die Buslinien 52 und 73 sollen als Ersatz herhalten. Dieser Umstand und die Linienführung hatten bereits im Vorfeld für Kritik bei den Stadtfeldern gesorgt.

Bei einer Sitzung der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Stadtfeld-Ost waren die Probleme gesammelt worden. Jetzt gab es nun einen neuen Termin, diesmal mit Beteiligung der MVB. Uwe Schulz, Abteilungsleiter Verkehrsplanung beim Unternehmen, antwortete auf die Fragen der Anwohner. So erklärte er, dass die aktuelle Führung der Buslinien die einzig mögliche sei, unter anderem aufgrund der Enge der Straßen in Stadtfeld. Beide Busse zusammen sollen die Straßenbahn ersetzen. Die 10-Minuten-Taktung, die der Nahverkehrsplan vorschreibt, werde damit gewährleistet. Eine Reduzierung sei nicht vorgesehen.

Linien für Schüler wichtig

Eine durchgehende Buslinie entlang der Großen Diesdorfer Straße hatte GWA-Sprecher Thomas Opp gefordert. „Es gibt großen Bedarf für eine direkte Verbindung zwischen West und Ost“, sagte er. Diese wird es laut Uwe Schulz aber nicht geben. Zum einen, weil es dann teilweise einen Parallelverkehr mit der Straßenbahn gebe, was unwirtschaftlich sei. Zum anderen stünden auch keine Busse zur Verfügung. „Wir fahren am Limit“, sagte er. „Derzeit sehen wir keine Möglichkeit, das zu ändern. Ich kann Ihnen nicht ersparen, einmal umzusteigen“, erklärte er.

Eine zusätzliche Haltestelle in der Ebendorfer Straße, wie in einem interfraktionellen Stadtratsantrag gefordert, ginge nur, wenn man Stellplätze dafür wegnähme. Gleiches gilt für die Gerhart-Hauptmann-Straße. Wenn sich dort zwei Busse begegnen, wird es sehr eng. Doch ein Parkverbot an einigen Stellen wäre kaum durchsetzbar, meinte Schulz, auch wenn er persönlich kein Problem damit hätte. „Dann finden Sie am nächsten Morgen die Verbotsschilder in der Schrote“, sagte er. Zudem müsste das Ordnungsamt dann kontrollieren. „Mich stört die Angst davor, in Stadtfeld einen Stellplatz wegzunehmen“, meinte eine Anwohnerin.

Dass die Busse mitunter leer fahren, könne er nicht abstreiten. Er verwies aber darauf, dass beide Linien im weiteren Verlauf wichtig für den Schülerverkehr seien und entsprechend genutzt werden. „Ich kann sie ja zwischendurch nicht austauschen“, erklärte er. Zudem seien die Fahrgastzahlen wegen Corona immer noch geringer als vorher.

Dass die Arbeiten im Adelheidring ein gutes Jahr dauern, liege nicht nur an den MVB, betonte er. Umfangreiche Leitungsumverlegungen seien notwendig. „Das bisschen Gleisbau machen wir an einem verlängerten Wochenende“, erklärte er überspitzt. Man werde alles daran setzen, dass zum Ende der Sommerferien 2021 die Bahnen wieder fahren.