Magdeburg l Das Unwetter am 15. August 2020 in Magdeburg sorgte nicht nur für vollgelaufene Keller und abgeknickte Äste. In der Hans-Grade-Straße in Neu-Olvenstedt kam es zudem zu einer überraschenden „Kennzeichenflut“. Mindestens acht der Metallschilder landeten – offenbar aufgrund der Wassermassen von oben – in einer großen Pfütze mitten auf der Fahrbahn – alle von verschiedenen Fahrzeugen.

Ein Exemplar davon gehörte Nicole Schulz. Sie stellte auf dem Supermarktparkplatz fest, dass eins ihrer Nummernschilder plötzlich fehlte, wie sie erzählt. Sie drehte um und sah zwei Nummernschilder in der Gradestraße aus besagter Pfütze ragen. Bei der weiteren Suche tauchten dann noch sechs Kennzeichen auf, die unter der Wasseroberfläche lagen.

„Es kam sogar noch ein Radfahrer, der auch sein Nummernschild suchte. Das hatten wir schon gefunden und er fuhr glücklich damit los“, berichtet sie der Volksstimme. Nachdem auch sie und ihr Freund fündig geworden waren, steckte er die übrigen Schilder neben der Pfütze in die Erde, damit sie vielleicht von anderen Betroffenen gefunden werden.

Mehrere Kennzeichen nach Unwetter ab

Auf Volksstimme-Anfrage bestätigt Polizeisprecherin Heidi von Hoff, dass nach dem Wolkenbruch „sechs bis zehn Autokennzeichen“ abgegeben beziehungsweise von den Kollegen eingesammelt worden seien. Die genaue Anzahl ließe sich nicht mehr feststellen. Das Revier liegt auch in der Hans-Grade-Straße.

Es sei aber eigentlich gar nicht die richtige Adresse, falls jemand ein Kennzeichen auf der Straße finden sollte und kein strafbarer Hintergrund ersichtlich ist, wie sie weiter erklärt. „Wir würden es natürlich trotzdem annehmen. Letztendlich schicken wir es aber an das Fundbüro, wo es als Fundsache eigentlich hingehört“, sagt sie.

Solche Kennzeichenflut nach Starkregen komme immer wieder mal vor, weiß sie. „Unter den Brücken im Schanzenweg gab es das auch schon“, so Heidi von Hoff. Sie empfiehlt betroffenen Autobesitzern einen Anruf im Revier, um den Verbleib ihres Kennzeichens zu erfragen.

Das Fundbüro sendet die Nummernschilder allerdings auch nur an die Zulassungsstelle weiter, die dafür zuständig ist, wie es dort auf Nachfrage heißt. Angesichts der aktuell langen Wartezeiten für ein neues Kennzeichen, ist das Wiederfinden die zeit- und kostengünstigere Option für betroffene Autofahrer, wie auch Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra hinweist. „Sollte das Kennzeichen nicht wieder auftauchen, muss der oder die Halter/in für das Fahrzeug neue Kennzeichen beantragen“, erklärt sie auf Nachfrage. Hierfür seien mindestens 27 Euro Gebühr fällig.