Magdeburg l Während die Blaualgen schon längst wieder da sind, lassen die "Rettungsboote" für den Barleber See in Magdeburg weiter auf sich warten. Trotz Maßnahmestart am 1. Juni 2019 hat das Ausbringen von 1000 Tonnen Aluminiumsalz zur Sanierung des Gewässers noch nicht begonnen. Und wird es auch nicht mehr vor Juli, wie Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra auf erneute Volksstimme-Anfrage nun erklärt.

Frühestens in der ersten oder zweiten Juli-Woche werden die beiden Boote in See stechen können.

Sanierung wird noch vorbereitet

Am 3. Juni 2019 wurde bei einer Beratung der beauftragten Firmen und des zuständigen Fachbereichs Schule und Sport der zeitliche Ablauf der Sanierungsmaßnahme festgelegt. Demnach sollen bis zum kommenden Montag alle notwendigen Vorbereitungen für die Hauptphase der Restaurierung durchgeführt sein, wie Kerstin Kinszorra erklärt. Dazu gehören u. a. Erlaubnisse für Wochenend- und Nachtarbeiten, die Einrichtung von Halteverboten für die Anlieferstraße und die Vorbereitung der Baustellen.

Denn ab Montag soll das sogenannte Fällmittellager eingerichtet werden, wo die 1000 Tonnen Polyaluminiumchlorid (PAC) gelagert werden. Außerdem wird extra ein Steg angelegt, von dem die beiden Boote täglich starten sollen. Pro Tag sollen maximal 15 Tonnen des Mittels in den See gegeben werden. Es soll den Phosphor binden, der seit gut drei Jahren verstärkt im Barleber See auftritt und den Blaualgen als Nährstoff dient.

Sanierung ab Juli 2019

„Je nachdem wie schnell diese Arbeiten erledigt sind, werden die beiden Boote in der ersten oder zweiten Juliwoche eingesetzt und beginnen dann sofort mit dem Ausbringen des Polyaluminiumchlorids“, sagt Kerstin Kinszorra. Die derzeit laufenden Vorbereitungen seien erst seit Anfang Juni möglich, da nach der europaweiten Ausschreibung, der Vergabe und der Einhaltung gesetzlicher Fristen erst am 28. Mai der Zuschlag für die Restaurierungsmaßnahme an die Fachfirmen erteilt werden konnte, erklärt sie die Verzögerung. Ursprünglich hatte die Stadt Magdeburg sogar auf einen Start im März gehofft.

Aktuell gilt im Strandbad Barleber See Warnstufe 1. Das bedeutet eine Trübung des Wassers mit Sichttiefen unter 2 Meter und erste kleine Vorkommen von Cyanobakterien. Mitarbeiter klären Badegäste auf. Die Beschilderung an den Kassen und Rettungstürmen erfolgt mit Schildern zur Stufe "Erhöhte Aufmerksamkeit". Zusätzlich werden bei Interesse Flyer ausgegeben.

Ab Warnstufe 3 gilt Badeverbot

Blaualgen, eigentlich Cyanobakterien, können Hautreizungen, allergische Reaktionen, Muskelzittern, Atembeschwerden und Muskelkrämpfe auslösen. Verschlechtert sich die Situation weiter, gilt Warnstufe 3: Badeverbot.