Das Bauvorhaben an der Erzbergerstraße

Investiert werden auf dem Grundstück mit einer Gesamtfläche von 9349 Quadratmetern nach aktuellem Stand 33 Millionen Euro. Entstehen sollen 135 Wohnungen und Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss. Es werden 145 Stellplätze für Autos in einem halb im Boden versenkten Parkhaus wie an einem MWG-Neubau an der Lingnerstraße errichtet.

Auf dem über 9000 Quadratmeter fassenden Areal werden rund 11 000 Quadratmeter Wohnfläche entstehen.

Neben dem 20-geschossigen Luisenturm bestimmt eine sechsgeschossige straßenbegleitende Bebauung entlang der Erzbergerstraße, der Virchowstraße und der Zschokkestraße das Bild. Insgesamt unterteilt sich der Komplex in sieben Bauteile, die die großen Gebäudeabschnitte und die Verbinder umfassen.

Die Fassade ist deutlich strukturiert und verfügt über ein kantiges Erscheinungsbild. Die Zacken sollen auch an die militärische Vergangenheit des Areals erinnern. (ri)

Magdeburg l Großbauprojekte prägen derzeit das Bild der Innenstadt von Magdeburg mit: Tunnelbaustelle, Blauer Bock, Altstadtkrankenhaus, Domviertel und Staatsbank sind Beispiele. Am 2. Juli 2016 hatte die Volksstimme über einen Plan der Magdeburger Wohnungs- genossenschaft (MWG) berichtet, ein neues Stadtviertel mit einem zwanzigetagigen Hochhaus an der Einmündung der Virchowstraße auf die Erzbergerstraße zu errichten. Getan hat sich auf diesem Gelände bislang jedoch noch nichts.

Im Gespräch mit der Volksstimme sagte MWG-Vorstand Thomas Fischbeck nun: „Die Vorbereitungen sind im vollen Gange. Seit Januar läuft das für die Investition notwendige B-Plan-Verfahren.“ Im Januar 2018 soll der offizielle Bauantrag eingereicht werden. „Für den Herbst 2018 ist dann der Beginn der Arbeiten der von uns beauftragten Baufirmen geplant“, sagt Thomas Fischbeck. Zum Start geht es um die Erdarbeiten, die Sicherung der Baugrube und die Gründung für den Komplex im Boden.

Zuerst wird Hochhaus in Magdeburg gebaut

Gebaut werden soll in zwei Bauabschnitten. Im ersten geht es um den größeren Bereich samt Hochhaus an Erzberger- und Virchowstraße. Im zweiten Bauabschnitt soll das Gelände an der Zschokkestraße bebaut werden.

Bilder

Für die Bauherren laufen derzeit die Fachplanungen für Heizung, Lüftung, Sanitär und Tragwerk. Damit einher geht die Feinabstimmung zu den Grundrissen und der Fassadengestaltung. Die bisherigen Entwürfe für die Fassade hatten bereits wohlwollende Zustimmung durch den Magdeburger Gestaltungsbeirat erfahren.

Leitungen und Archäologie sind Thema

Noch bevor die von der Genossenschaft beauftragten Baufirmen aber loslegen können, stehen auch hier die Leitungen im Blickpunkt des Interesses. Eine Vereinbarung zur Leitungsumverlegung ist mit den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) bereits abgeschlossen. Wie aufwendig solche Arbeiten sein können, zeigt das Beispiel des neuen Domviertels. Ganz so umfangreich dürften die Arbeiten im Bereich des Luisenturms jedoch nicht ausfallen, hofft die MWG.

Daneben laufen derzeit aber Gespräche zwischen dem Bauherrn und den Archäologen. Es geht um Abstimmungen zum Umfang der in dem Bereich geplanten Grabungen. Interessant ist das Gelände unter anderem deshalb, da sich hier Teile der Magdeburger Festungsanlagen befanden. Auch frühere Siedlungsspuren aus verschiedenen Jahrhunderten der Magdeburger Stadtgeschichte sind in diesem Bereich gut möglich.

Barrierefreies Wohnen im Erdgeschoss

Die Pläne für den Bau sind inzwischen leicht modifiziert worden. So ist der Turm um rund zwanzig Meter nach Norden verschoben worden, um ihn besser in den Gebäuderiegel zu integrieren. Und während zunächst von kaum Gewerbe die Rede war – immerhin handelt es sich bei der Erzbergerstraße um kein etabliertes Viertel zum Einkaufen und Schlendern –, gibt es inzwischen Gespräche mit einem Interessenten für Teile des Erdgeschosses. Thomas Fischbeck sagt: „Rund 1000 Quadratmeter im Erdgeschoss möchten wir an einen Dienstleister vermieten.“

Die Etagen darüber bleiben aber den Wohnungen für die Genossenschaftler vorbehalten. Da nicht alle Bereiche des Erdgeschosses für Dienstleister und Ladenlokale verwendet werden, wird es auch in diesem Bereich Wohnungen geben. „Insbesondere für barrierefreie Räume könnte im Erdgeschoss gesorgt werden“, sagt der Vorstand der MWG.

Hohe Nachfrage nach Wohnungen

Vom Tisch sind damit übrigens auch jene zwischenzeitlichen Überlegungen, nach denen die Genossenschaft selbst in ihren neuen Komplex eingezogen wäre. Damit bleibt es beim Unternehmenssitz in der Letzlinger Straße in der Neustadt. Wie beim Domviertel sind auch im Luisenviertel Wohnungen gefragt: Die Interessensbekundungen übersteigen schon jetzt die Zahl der künftigen Mietangebote.