Magdeburg l Magdeburg benötigt neue Grundschulen. Für Buckau und die ostelbischen Stadtteile hatte die Magdeburger Stadtverwaltung mögliche Standorte und ihre Favoriten benannt. Diese wurden jetzt in verschiedenen Ausschüssen intensiv diskutiert, bevor das Thema am Donnerstag im Magdeburger Stadtrat auf der Tagesordnung steht.

Kerstin Richter aus der Verwaltung hatte unter anderem während der Sitzung des Bauausschusses noch einmal für den Vorschlag geworben, Teile der Kleingartenanlagen „Am Unterbär“ und „Fort I“ für die Schulneubauten zu räumen: „Dies wäre eine schnell umzusetzende Regelung, die auch dem Bundeskleingartengesetz entspricht“, sagte sie.

Kommunalwahl beeinflusst Entscheidung

Zustimmung gab es nicht aus den Reihen der Ratsherren und -damen wohl auch angesichts der anstehenden Kommunalwahlen: Nachdem die Vertreter der betroffenen Gartensparten in den vergangenen Wochen bereits öffentlichkeitswirksam gegen die beiden Vorschläge protestiert hatten, haben sich die Fraktionen im Stadtrat allesamt mit unterschiedlichen Vorschlägen zu Alternativen gegen den Verwaltungsvorschlag ausgesprochen.

Dass dabei kaum eine der Alternativen ohne Widerspruch bleibt, wurde unter anderem bei der Diskussion im Bauausschuss deutlich. Unter anderem hatte hier Christdemokrat Frank Schuster darauf verwiesen, dass nicht zuletzt im Zuge der anstehenden Modernisierung beim FSV Gelände frei würde. „Das hätte den Charme, dass wir mit weniger Platz auskommen dürften, da vor Ort ja bereits Sportanlagen vorhanden sind und daher nicht neu errichtet werden müssten.“

Grundschule neben Grundschule

Ebenfalls Synergien verspräche der Bau einer neuen Grundschule in der Umgebung der bereits vorhandenen Grundschule an der Karl-Schmidt-Straße, hieß es auf der Sitzung. Zumal: Dieser Standort entspricht den Prognosen zu steigenden Schülerzahlen hier und nicht im benachbarten Fermersleben, in dem sich beispielsweise die Grundschule am FSV-Sportplatz befinden würde.

Mit Blick auf die zentrale Lage in Buckau fordert Jürgen Canehl für die Bündnisgrünen, den Kauf einer Fläche an der Budenbergstraße zu prüfen. Das sorgte für den Widerspruch von Marcel Guderjahn von der Gartenpartei: Angesichts des Trends, dass Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, sei dies den Anwohnern in dem Gebiet kaum zuzumuten.

Friedhof sorgt für Diskussion

Und auch der von Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Schule und Sport befürwortete Standort auf ungenutzten Flächen des Buckauer Friedhofs, der von Canehl als die zweitbeste Variante bezeichnet wird, fand Widerspruch: Neben den Christdemokraten im Bauausschuss verwies Sozialdemokrat Falko Grube darauf, dass für ihn ein Schulhof neben einem Friedhof, auf dem Beerdigungen stattfinden, nicht denkbar sei. Grubes Fraktionskollege Christian Hausmann hatte darauf verwiesen, dass es bei diesem Standort angesichts einer notwendigen Umwidmung des Friedhofsgeländes auch nicht schneller gehen würde: „Dieses Verfahren würde auch Monate in Anspruch nehmen.“

Beim Blick auf die Standorte verweist Christdemokrat Reinhard Stern auf die im von ihm geleiteten Finanzausschuss diskutierten Bedenken: Aus finanzieller Sicht seien einige freie Grundstücke in Buckau nicht sinnvoll, da hier erst kontaminierte Böden ausgetauscht werden müssten. Zwar hat er dabei die Kosten im Blick: Doch selbst wenn das Land Sachsen-Anhalt diese übernehmen würde, dürfte mit einer entsprechenden Entscheidung ein erheblicher Zeitaufwand verbunden sein.

Gemeinsamer Antrag

Aus dem Bauausschuss jedenfalls steht jetzt ein gemeinsamer Antrag im Raum, Bereiche nördlich des Schanzenwegs noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Für den Osten der Stadt Magdeburg sehen viele Stadträte derweil eine neue Grundschule am südwestlichen Ende der Friedrich-Ebert-Straße als eine Alternative. Dazu wäre aber eine Verlängerung der Straße vom Tisch. In Cracau gebe es dann eine Kette von fußläufig erreichbaren Schulen, so Reinhard Stern.

Neue Grundschule am Heumarkt

Christian Hausmann setzte sich derweil für einen Alternativstandort am Heumarkt ein: „In diesem Bereich werden in Zukunft viele Wohnungen entstehen.“

Mit Blick auf die Begeisterung der anderen Stadträte, den Verwaltungsvorschlag für den Erhalt von Kleingärten zu kippen, hatte Die-Linke-Stadtrat Hans-Joachim Mewes darauf verwiesen, dass neben dem Wohl von Kleingärtnern auch das Wohl der Schüler eine Rolle spielen müsse. Beide Interessenslagen müssten gleichberechtigt abgewogen werden.