Magdeburg l Die Klinikclowns trotzen dem Besuchsverbot und sind auch in der Corona-Krise für die kranken Kinder in Magdeburg da. Am Donnerstag kamen sie aber nicht direkt auf die Station der Universitätsklinik, sondern verlagerten - sehr zur Freude auch der Passanten - ihr buntes Spiel kurzerhand auf eine Wiese vor dem Haus. Die besten Zuschauerplätze gab es an den Fenstern. Hinter diesen standen die kleinen Patienten dann auch und freuten sich sehr über den Spaß.

Es ist der Tag 4 der Corona-Krise in Magdeburg. Also der vierte Tag, an dem alles anders ist als gewöhnlich. Am ersten Tag blieben die Schulen und Kitas zu, am Mittwoch trat eine Verordnung in Kraft, nach der auch einige Geschäfte geschlossen bleiben müssen und auf den Spielplätzen Spielverbot herrscht. Dennoch wurden auf zehn Plätzen Eltern mit Kindern erwischt. Die Stadt Magdeburg verhängte Platzverweise.  Mit manchen Eltern mussten die Ordnungshüter lange diskutieren, weil die Einsicht fehlte. Weitere Kontrollen sind für die nächsten Tage angekündigt.

Hotelgäste müssen abreisen

Und spätestens jetzt ist die Corona-Krise auch im Tourismus angekommen. Hotels müssen für Touristen schließen. Am Sonnabend müssen die letzten Gäste auschecken. Nur wer beruflich oder aus familiären oder gewerblichen Gründen unterwegs ist, darf hier noch übernachten. Urlaubsreisen sind ab jetzt verboten.

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Für einige Gastgeber könnte die Entwicklung existenzbedrohend werden, erklärte eine Sprecherin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT). Und auch in den großen Hotels der Stadt Magdeburg wie das Maritim und das Ratswaage-Hotel seien bereits Umsatzeinbußen zu spüren. Es seien kaum noch Gäste im Haus und zahlreiche Veranstaltungen bereits abgesagt.

Da auch Busreisen von dem Verbot betroffen sind, kontaktieren die Mitarbeiter der MMKT derzeit alle Reiseveranstalter. Dabei war Magdeburg noch im Januar 2020 mit einem Übernachtungsplus von 21 Prozent in das neue Jahr gestartet. 48.110 Übernachtungen wurden im Januar gezählt. Im Vorjahr waren es im Januar "nur" 41.452. Für das deutliche Plus wird unter anderem die Lichterwelt verantwortlich gemacht.

Öffentliche Toiletten geschlossen

Auf Entdecker-Pfaden sollte ab sofort sowieso niemand lange Zeit in Magdeburg weilen. Denn wer plötzlich von einem dringenden Bedürfnis überrascht wird, hat kaum Chancen auf Erleichterung. Die Stadt Magdeburg schließt alle öffentlichen Toiletten, weil man keinen hygienisch einwandfrien Zustand mehr gewährleisten könne, heißt es in einer Mitteilung.

Wie gut, dass zumindest Hundebesitzer noch keine Einschränkungen fürchten müssen. Die Hundeauslaufwiesen der Stadt bleiben geöffnet. Gebührend Abstand sollten Frauchen und Herrchen aber zueinander halten. Weitere Tipps zum sicheren Gassigehen gibt es hier.

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