Magdeburg l In der Magdeburger Filiale von Ikea sowie den Kaufland-Standorten Lübecker Straße, Handelshof und City Carree haben am Freitagmorgen (5. Juli 2019) nach Angaben der Gewerkschaft Verdi Warnstreiks begonnen. Alle Einrichtungen sind aber regulär geöffnet, teilten die Märkte auf Anfrage mit. Anlass für die Aktion sind die bevorstehenden Tarifgespräche in der kommenden Woche. Zum Streik aufgerufen hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Sie fordert die Erhöhung des Stundenlohns um mindestens 1,20 Euro je Stunde.

Die Arbeitgeber hätten nach Gewerkschaftsangaben jedoch bisher nur 2,9 Prozent in den nächsten beiden Jahren angeboten. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten dagegen ein durchschnittliches Einkommensplus von 7,6 Prozent. Mit diesen Forderungen war die Gewerkschaft im Mai in die Tarifgespräche gestartet.

In der Branche Einzel- und Versandhandel arbeiten Verdi zufolge in den drei Bundesländern Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt rund 256 000 Menschen. Rund ein Viertel von ihnen sei tarifgebunden. Dazu gehören Ikea und Kaufland.

 

Infos für Ikea-Kunden

Vor der Ikea-Filiale in Magdeburg hatten sich bis gegen 9.30 Uhr rund 25 der etwa 260 Beschäftigen an dem ganztägigen Warnstreik beteiligt. Auf dem Parkplatz hatte die Gewerkschaft ein Zelt aufgestellt. Die Streikteilnehmer informierten ab 10 Uhr die Kunden über ihre Aktion. Verdi-Gewerkschaftssekretär Torsten Furgol betonte, dass das Angebot der Arbeitgeber nicht mal ein Inflationsausgleich sei. Deswegen müssen gehandelt und gestreikt werden.

Ikea-Betriebsratsvorsitzende Jeannette Friedrich sagte, dass der Streik durchaus Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb habe. In einzelnen Bereichen könnten deshalb Beratungen ganz ausfallen oder seien nur eingeschränkt möglich.

Dem widersprach der Magdeburger Ikea-Hausleiter Matthias Schrabe. Der Geschäftsbetrieb gehe ganz normal weiter, es gebe keine Einschränkungen. Man sei am Morgen vom Streik überrascht worden. Zum Streik selber wolle man sich nicht äußern, sagte er.