Magdeburg l Schon einmal sorgte eine Trixi für Aufregung in Magdeburg. Zu DDR-Zeiten schwamm mehrfach eine beziehungsweise mehrere Robben dieses Namens in der Elbe umher. Und wie es der Zufall will, trägt auch der Nandu, der am Wochenende rund um Magdeburg-Pechau die Blicke auf sich zog, diesen Namen.

Die Volksstimme konnte den Mann ausfindig machen, dem der Vogel am Sonnabend entwichen war. Der 68-Jährige wohnt mit seiner Frau in Prester und hat Henne Trixi sowie Hahn „Alfons“ nur in Pflege genommen, wie er berichtet. Im Frühjahr sei das gewesen. Auf einem Grundstück bei Prester habe er den südamerikanischen Laufvögeln einen eigenen Bereich samt Stall eingerichtet.

Irgendwann am Sonnabend konnte die Henne dann entweichen. Wie, könne er sich nicht erklären. „Der Lattenzaun und alles andere war unversehrt“, sagt er. Den hat jemand geklaut, habe er sich gedacht. Als er dann am Dienstag in der Volksstimme den Bericht über seine Trixi sah, habe er sich direkt bei der 112 gemeldet.

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Fangaktion am Sportplatz

Ein Nachbar habe ihm dann gesagt, dass das Tier am Pechauer Sportplatz sein würde. Gemeinsam mit seiner Frau fuhr er dorthin und schaffte es, Trixi anzulocken. „Sie ist ganz handzahm“, sagt er. Es gelang ihnen, ein Netz über sie zu werfen und sie gemeinsam zu Boden zu drücken. In seiner Not rief der Mann die Feuerwehr. Bevor diese eintraf, hatten die beiden es jedoch allein geschafft, den Vogel auf ihren Anhänger zu bugsieren. Obwohl sie sich heftig gewehrt habe, sei weder dem Tier noch ihnen etwas passiert, erzählt er. Die Tiere seien nun erst mal im Stall gesichert. „Ich hatte die ganze Zeit nur die Sorge, dass es einen Unfall mit ihr geben könnte“, sagt der Rentner, der sich um weitere Tiere wie Schafe und Hühner kümmert.

Auch wenn nun klar ist, wo der Nandu herkommt, gibt es ein weiteres Rätsel. Ein Leser meldete, dass an einem Feld in Zipkeleben ungewöhnlich große Eier liegen. Zwölf große weiße Eier, schon leicht übel riechend, liegen an dem Weg. Nach übereinstimmender Meinung von Experten handelt es sich definitiv um Nandu-Eier. Doch sie können offenbar nicht von Trixi stammen. Denn die ist nach Angaben ihres Besitzers erst knapp über ein Jahr alt. „Nandus legen erst ab einem Alter von drei Jahren Eier“, weiß Mike Bartsch, der in Schönebeck eine Straußenfarm betreibt und auch Nandus hält. Nach Ansicht von Fotos der Eier meint er, dass diese schon mehrere Wochen alt sein könnten.

Gelege von "Püppi"?

Somit könnten es auch die letzten Überbleibsel von Nandu-Dame „Püppi“ sein, die im Juni für mehrere Wochen durch Ostelbien streifte. Sie war nach Angaben ihres Besitzers fünf Jahre alt und damit im passenden Alter. Sie wurde wahrscheinlich von einem Zug erfasst und lebt nicht mehr.

Stefan Fischer von der staatlichen Vogelschutzwarte hält das jedoch für unwahrscheinlich. „Bei unserer Kolkrabenpopulation glaube ich das nicht“, sagt er. Diese hätten die Eier längst aufgeschlagen. Ihre Herkunft bleibt also vorerst ungeklärt. Rein rechtlich gehören sie dem Besitzer des Vogels.

Laut Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra gibt es für die Haltung von Nandus das vom Bund herausgegebene „Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Straußen, Nandus, Emus und Kasuaren“. Demnach müssen Gehege nicht genehmigt werden. Da die Tiere wie Nutztiere gehalten werden, müssten sie aber tierseuchenrechtlich angemeldet werden. Ob das bei „Trixi“ der Fall war, konnte am Mittwoch nicht mehr geklärt werden. Allerdings gab es bei den Haltern von Laufvögeln in Magdeburg in den vergangenen Jahren keine veterinärrechtlichen Beanstandungen.